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Studie: Corona verändert die Mobilität im Land

13:21
23.08.2020
Die Menschen in Baden-Württemberg sind in den vergangenen Monaten wegen der Corona-Pandemie wesentlich weniger unterwegs gewesen als üblich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag von Bund und Land, die das Mobilitätsverhalten angesichts von Schulschließungen, Kurzarbeit, Homeoffice und anderen Folgen der Krise untersucht. Vor allem Bus und Bahn wurden demnach deutlich weniger genutzt, dafür setzten sich die Menschen häufiger aufs Fahrrad oder gingen zu Fuß - und das vor allem in ihrer Freizeit. Das Auto wurde hingegen nur geringfügig weniger genutzt. Allerdings sank die Zahl derer, die bei anderen im Auto mitfahren, etwa in Fahrgemeinschaften zur Arbeit, auch recht deutlich.

Die Studie, die am Sonntag vom Verkehrsministerium veröffentlicht wurde, vergleicht die Ergebnisse einer Erhebung im Mai und Juni dieses Jahres mit den Werten einer Mobilitätsstudie aus dem Jahr 2017. Zuvor hatte am Samstag bereits die «Südwest Presse» berichtet.

Den Angaben zufolge legten die Baden-Württemberger ab 16 Jahren im untersuchten Zeitraum insgesamt jeden Tag knapp 17 Prozent weniger Strecke zurück als üblicherweise. Im öffentlichen Verkehr waren es fast 42 Prozent weniger, beim Fahrrad dagegen war es ein Drittel mehr. Die Zahl der zu Fuß zurückgelegten Kilometer stieg sogar um fast drei Viertel.

Die Ergebnisse basieren auf einer ersten Erhebungswelle, zwei weitere sind noch geplant. Parallel zu der bundesweiten Untersuchung gibt es in Baden-Württemberg eine regionale Vertiefung.

(dpa/lsw)

Chef der Wirtschaftsweisen: Zweiter Lockdown wäre Katastrophe

09:15
23.08.2020
Ein zweiter Lockdown in der Corona-Krise wäre aus Sicht des Chefs der «Wirtschaftsweisen», Lars Feld, katastrophal für die Wirtschaft. Feld sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Wenn sich eine Beschleunigung zeigen sollte und die Infektionen weiter um sich greifen, dann droht ein zweiter Lockdown. Das wäre wirtschaftlich gesehen eine Katastrophe. Es besteht dann die Gefahr einer dauerhaften Abschwächung des Wachstums.»

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt. In der kommenden Woche beraten zunächst die Spitzen der schwarz-roten Koalition sowie dann Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder das weitere Vorgehen. Dabei dürfte es um die Verlängerung von Hilfsprogrammen sowie einheitlichere Corona-Regeln gehen. Die Wirtschaftsleistung in Deutschland war im zweiten Quartal eingebrochen.

«Ein zweiter Lockdown würde die Erholungsphase der Wirtschaft unterbrechen», sagte Feld. «Derzeit sind wir wie vom Sachverständigenrat prognostiziert in einer V-Phase. Ein zweiter Lockdown würde dazu führen, dass eine ganze Reihe von Unternehmen, die in der jetzigen Erholungsphase noch überlebt haben, in die Insolvenz gehen müssen.»

Die Politik habe aus der ersten Lockdown-Phase sehr viel gelernt, sagte Feld. «Wir haben gelernt, welche Maßnahmen erforderlich sind und dass es nicht notwendig ist, das ganze Land herunterzufahren, sondern dass man dezentral isoliert und Menschen in die Quarantäne schickt. Deswegen ist ein zweiter Lockdown auch weniger wahrscheinlich.»

Feld ist Professor für Wirtschaftspolitik und Ordnungsökonomik an der Universität Freiburg und Direktor des Walter Eucken Instituts. Seit März 2020 ist er Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, dem er seit März 2011 angehört. Der Sachverständigenrat berät die Politik. Die Experten werden umgangssprachlich auch als «Wirtschaftsweise» bezeichnet.

(dpa)

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