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Jeder zweite Corona-Fall im Südwesten derzeit aus Ausland importiert

18:46
20.08.2020
Die Zahl der aus dem Ausland in den Südwesten importierten Corona-Fälle steigt signifikant: Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes Baden-Württemberg vom Donnerstag wurden seit der Aufhebung der Reisewarnung für die EU-Länder und weiteren europäischen Staaten am 15. Juni insgesamt 1402 Sars-CoV-2-Fälle übermittelt, deren Ansteckung mutmaßlich im Ausland stattgefunden hat. In den vergangenen zwei Wochen wurde demnach jeder zweite Corona-Fall - 837 Fälle - im Südwesten wohl aus dem Ausland importiert. An der Spitze der wahrscheinlichen Infektionsländer standen der Behörde zufolge in diesen zwei Wochen Kroatien (242) und der Kosovo (200), gefolgt von Bosnien und Herzegowina, der Türkei und Bulgarien.

Die Zahl der seit Beginn der Pandemie nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten stieg in Baden-Württemberg auf mindestens 39 496. Das sind 266 mehr als am Vortag (Stand: 16.00 Uhr). «Auffällig sind dabei der Anteil an Fällen in den jüngeren Altersgruppen und ein sehr hoher Anteil an Fällen, die sich voraussichtlich im Ausland infiziert haben», so die Behörde. Etwa 35 734 Menschen gelten als genesen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus erhöhte sich um drei auf 1863. 

(dpa/lsw)

Ministerium: Corona-Tests werden stellenweise knapp

15:21
20.08.2020
Die Tests auf das Corona-Virus werden im Südwesten derzeit offenbar stark nachgefragt: «Wir stoßen an unsere Grenzen», sagte der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KV), Kai Sonntag, am Donnerstag in Stuttgart. Das Sozialministerium bestätigte den Trend. So meldeten Labore, dass die Kapazitäten stellenweise knapp würden. Zuvor hatten «Stuttgarter Nachrichten» und «Stuttgarter Zeitung» berichtet.

Tausende Reiserückkehrer, aber auch Lehrer und Erzieher können sich gratis auf Corona testen lassen. Während in den ersten Monaten der Pandemie hauptsächlich Menschen getestet wurden, die Symptome zeigten, werde nun quasi vorsichtshalber getestet, heißt es bei der KV. Neue Testzentren sind unter anderem am Stuttgarter Flughafen und am Stuttgarter Hauptbahnhof entstanden, weitere sollen folgen. Noch vergangene Woche lag die Zahl der wöchentlichen Corona-Tests laut Sozialministerium bei rund 78 000. Insgesamt gebe es derzeit eine Kapazität von rund 150 000 Tests pro Woche.

(dpa/lsw)

Landeselternbeirat kritisiert Konzept zum Schulstart

14:37
20.08.2020
Mitte September geht die Schule in Baden-Württemberg wieder los - aber das Konzept für den Start nach den Sommerferien lässt beim Landeselternbeirat (LEB) Fragen offen. «Vieles hört sich vielleicht super an, aber uns ist das viel zu allgemein», sagte der LEB-Vorsitzende Michael Mittelstaedt der «Südwest Presse». «Im Prinzip steht da gar nichts Belastbares. Am Ende entscheidet jede einzelne Schule.» Es sei ihm ein Rätsel, wie auf diese Weise flächendeckend der versäumte Stoff aufgeholt werden solle. «Dazu müssten die Kinder eigentlich das ganze Schuljahr jeden Samstag vier Stunden bekommen. Aber dafür fehlt das Personal.»

Außerdem würden Abstandsgebote fehlen und es werde wieder in vollen Klassenstärken unterrichtet, kritisierte der Ende Juni zum Vorsitzenden gewählte Mittelstaedt mit Blick auf das Risiko von Infektionen mit dem Coronavirus. Er sprach sich erneut für kleinere Klassen aus. Das lasse sich aber nur realisieren, indem man Klassen halbiere und abwechselnd unterrichte.

Nach den Sommerferien sollen die Schulen in Baden-Württemberg wieder voll öffnen. «Die Regelform für den Unterricht im neuen Schuljahr wird der Präsenzunterricht in der Schule sein», hatte das Kultusministerium im Juli angekündigt. Es müsse aber weiterhin mit Fernunterricht gerechnet und entsprechend geplant werden. Das Abstandsgebot zu den und zwischen den Schülern soll aufgehoben und durch Gruppen in fester Zusammensetzung ersetzt werden. 

(dpa/lsw)

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