Die Bundesregierung hat angesichts weiter gestiegener Infektionszahlen eindringlich ein Einhalten der Corona-Schutzvorgaben angemahnt. «Wenn wir jetzt nicht alle aufpassen und wachsam sind, dann kann dieses Geschehen noch eine ganz eigene Dynamik entfalten», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Das Gesundheitssystem sei derzeit gut vorbereitet. «Aber wir müssen eine Verschärfung der Situation vermeiden.» Zentral blieben weiterhin Abstand, Hygienemaßnahmen und das Tragen von Masken, wo es nötig sei.
Die Bundesregierung sehe die Entwicklung der Zahlen mit Sorge, sagte Seibert. Es gebe nun nicht das eine große Infektionsereignis, aber viele kleine und mittlere Ausbrüche im ganzen Land. Ursachen seien unter anderem Reiserückkehrer und private Feste, bei denen Abstandsregeln nicht eingehalten worden seien. Bemerkenswert sei zudem, dass unter den Infizierten deutlich mehr jüngere Menschen seien. Da junge Leute sehr mobil seien, bedeute dies außerdem auch ein größeres Potenzial, Infektionen weiterzutragen.
Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte am Mittwochmorgen mitgeteilt, dass innerhalb eines Tages 1226 neue Corona-Infektionen gemeldet worden seien. Das ist der höchste Wert seit Anfang Mai. Der Höhepunkt hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Seibert sagte, die Zahlen würden weiter aufmerksam verfolgt. Er hob umfassende Tests hervor, um Infektionen zu entdecken und nachzuverfolgen. Dabei halte sich die überwiegende Mehrheit der Menschen an die Schutzregeln. Eine Minderheit gefährde aber sich selbst und andere.