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Einsatzbelastung der Polizei bei Fußballspielen nimmt ab

11:31
11.08.2020
Die Einsatzbelastung der Polizei bei Fußballspielen hat sich nach Angaben des baden-württembergischen Innenministeriums verringert. Bis zum Corona-Lockdown im März habe es im Rahmen der 147 Spiele in den ersten vier Ligen 99 821 Einsatzstunden der Polizei gegeben, teilte das Ministerium am Dienstag mit. Dies sei im Vergleich zum selben Zeitraum in der Vorsaison ein Rückgang von knapp drei Prozent.

«Wir können eine geringere Anzahl verletzter Personen, Straftaten auf gleichbleibend niedrigem Niveau und erneut weniger Einsatzstunden der Polizei im Vergleich zum gleichen Zeitraum der Vorsaison verzeichnen», sagte Innenminister Thomas Strobl (CDU). Die Zahl der verletzten Personen ging von 68 auf 67 zurück. Die Zahl der Strafanzeigen nahm leicht zu von 346 auf 349.

Strobl wertete die Entwicklung als Erfolg und führte sie auch auf die 2017 eingeführten Stadionallianzen im Land zurück. Dort arbeiten Vereine, Verbände, Kommunen, Fan-Vertreter und die Polizei eng zusammen.

Mit Blick auf die nächste Spielzeit forderte der 60-Jährige, eine Wiederzulassung von Zuschauern «in kurzen Zeitabständen» immer wieder zu überprüfen. «Das erwarten Millionen von Fußballfans in unserem Land!», sagte Strobl.

(dpa/lsw)

Curevac plant Tests von Corona-Impfstoff in Brasilien

09:23
11.08.2020
Auch das deutsche Biotech-Unternehmen Curevac hat vor, in Brasilien einen Corona-Impfstoff zu testen, an dem es forscht. Wie die Infektiologin Sue Ann Clemens, Mitglied des Komitees von Curevac, der Deutschen Presse-Agentur sagte, plant das Unternehmen mit Sitz in Tübingen, im September oder Oktober mit der Studie in dem südamerikanischen Land zu beginnen.

Bisher laufe es bei der ersten, kleineren Testreihe in Deutschland sehr gut, hatte Studienleiter Professor Peter Kremsner vom Institut für Tropenmedizin am Montag gesagt. Derzeit gebe es etwa 180 Probanden.

Brasilien ist zum Testlabor der Welt geworden. Auch Testreihen der Unternehmen AstraZeneca, Sinovac und Biontech/Pfizer laufen dort bereits. Neben den USA ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Mehr als drei Millionen Menschen haben sich nach offiziellen Angaben mit dem Coronavirus infiziert, die tatsächlichen Zahlen dürften noch weit höher liegen, auch weil in dem Land sehr wenig getestet wird.

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro steht wegen seines laxen Umgangs mit der Pandemie seit langem in der Kritik. Er bezeichnete die Lungenkrankheit Covid-19 als «leichte Grippe» und stemmte sich gegen Schutzmaßnahmen. Aber Brasilien verfügt auch über hervorragende Forschungsinstitutionen und war bei Gesundheitskrisen etwa durch HIV oder Zika ein Vorreiter unter den Schwellenländern.

(dpa)

Besinnlichkeit trotz Corona? - Städte planen für Weihnachtsmärkte

07:12
11.08.2020
Würstchenbuden, Glühweinduft und Krippenspiele - trotz der Corona-Krise sollen Weihnachtsmärkte in diesem Jahr stattfinden. Wenn auch unter anderen Bedingungen als in den Vorjahren. Individuelle Konzepte sollen helfen, Infektionen zu verhindern.

Einbahnstraßen statt bunter Trubel, Glühwein to go statt Budenzauber und zusätzlich zu Schal und Mütze eine Maske - so könnte die Realität in der diesjährigen Adventszeit aussehen. «Das macht den Weihnachtsmarkt unlauschiger», räumte ein Mainzer Sprecher ein. Doch am «unlauschigsten» sei gar kein Weihnachtsmarkt. Ganz verzichten wollen die deutschen Städte deshalb nicht auf Eierpunsch, Lebkuchen und Co. und bereiten sich schon im Hochsommer und trotz Corona-Krise auf die Adventsmärkte vor. Die Konzepte dazu sind unterschiedlich.

Trotz großer Unsicherheiten bereiten sich die bayerischen Städte auf die Weihnachtsmarktsaison vor - neben München und Augsburg auch der berühmte Christkindlesmarkt in Nürnberg. Die größte Herausforderung werde sein, die Besucherströme zu lenken, sagte der Nürnberger Wirtschaftsreferent Michael Fraas. Dafür soll eine Art Einbahnstraßensystem mit vorgegebener Laufrichtung eingeführt werden. Anstatt die traditionellen «Drei im Weckla» an der Bude zu genießen, soll es Essen und Trinken nur zum Mitnehmen geben. Ein Sprecher der Stadt Augsburg teilte mit, «dass die Stände auf möglichst viele Plätze in der Innenstadt verteilt werden». So wolle man großes Gedränge vermeiden.

Ein 400 Meter langer Lichtteppich aus 150 Buden, einem 20 Meter hohen Weihnachtsbaum und bunten Christbaumkugeln schmückt normalerweise den Berliner Breitscheidplatz zur Adventszeit. Nach Angaben des Veranstalters soll das nach derzeitigem Stand auch in diesem Jahr so sein - eventuell in einer etwas anderen Form.

In Sachsen will man auf die Stollenbäcker und Bergparaden im Erzgebirge nicht verzichten. «In diesem herausfordernden Jahr erst recht», sagte der Landrat des Erzgebirgskreises, Frank Vogel (CDU). Klar fänden die Märkte unter anderen Bedingungen als in den Vorjahren statt, sie sollten aber wie immer «das heimelige Gefühl und vorweihnachtliche Stimmung» verbreiten, betonte Sachsens Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU).

Einen Großteil der Sachsen dürfte das freuen, denn ihre Liebe zum Weihnachtsmarkt wiegt mehr als die Angst vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus. 57 Prozent sagten in einer Befragung für den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR), dass sie sich trotz der Pandemie vorstellen könnten, am Jahresende einen Weihnachtsmarkt zu besuchen. Knapp jeder Dritte würde lieber verzichten.

In der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz soll der Markt räumlich entzerrt werden. Zusätzlich seien Einlasskontrollen und Maskenpflicht denkbar, auch wenn das die weihnachtliche Stimmung trübe, sagt ein Sprecher.

Etwas pessimistischer äußerte sich derweil Monika Flocke von der Kölner Weihnachtsgesellschaft. Das Weihnachtsmarkt-Erlebnis sei ja auch mit Enge und Gedränge verbunden. Wenn man bis zum nächsten Besucher einen weiten Abstand einhalten müsse, könne die gewohnte Atmosphäre kaum aufkommen. «Was man dann veranstalten würde, wäre kein klassischer Weihnachtsmarkt.» In Düsseldorf hingegen geht man weiterhin davon aus, dass die Weihnachtsmärkte unter Berücksichtigung der Hygieneregeln planmäßig stattfinden werden.

In anderen Städten ist bislang noch völlig unklar, ob es in rund vier Monaten ein geselliges Beisammensein zwischen Holzbuden und Tannen geben wird - darunter Stuttgart, Hannover und Frankfurt am Main. Letztendlich hänge alles von der Entwicklung der Infektionszahlen ab, teilten Sprecher mit. Wenn man plane, dann nur mit Vorsicht.

Fest steht: Die Märkte sind für viele Städte und Gemeinden nicht nur Kulturgut sondern auch Wirtschaftsfaktor. Oft hängen Zehntausende Arbeitsplatze davon ab. Hotels und Gaststätten machen einen Großteil ihres Umsatzes im Weihnachtsgeschäft. Daher laufen auch vielerorts die Planungen, um eine gemütliche Weihnachtssaison trotz Corona zu ermöglichen. Eine Weihnachtssaison wie immer - und doch ganz anders.

(dpa)

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