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Städte und Landkreise sehen sich auf nächste Corona-Welle vorbereitet

03:53
06.08.2020
Städte, Gemeinden und Landkreise in Deutschland sehen sich für den Fall weiter steigender Corona-Infektionszahlen gerüstet. «Darauf sind die Kommunen und die staatlichen Einrichtungen nach den Erfahrungen der ersten Infektionsfälle deutlich besser vorbereitet», sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, der Deutschen Presse-Agentur.

Landsberg verwies auf den Ausbau von Laborkapazitäten für Corona-Tests und Schutzmaterialien, die in «großem Umfang» mithilfe des Bundes und der Länder beschafft worden seien. «Auch wenn der Beschaffungsmarkt natürlich weiter angespannt ist, sind Kommunen, Krankenhäuser und Arztpraxen wesentlich besser ausgestattet», sagte Landsberg. Zu Krisenbeginn waren etwa Mund-Nasen-Masken Mangelware.

Auch die Landkreise sehen sich in ihrem Pandemie-Management gut aufgestellt: «Die Erfahrungen aus den vergangenen Monaten haben den Landkreisen geholfen, ihren Umgang mit einer Zunahme von Infektionen weiter zu verbessern und zu beschleunigen», sagte der Beigeordnete für Gesundheit beim Landkreistag, Jörg Freese.

Zwar sei bei den Gesundheitsämtern die Personalstärke wegen der niedrigen Infektionszahlen zuletzt zurückgegangen. Bei Bedarf könne aber zeitnah wieder aufgestockt werden. «Dass dies den Landkreisen auch tatsächlich gelingt, haben die lokalen Ausbrüche und deren schnelle Eindämmung seit März 2020 gezeigt», sagte Freese.

Die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, mahnte, dass die Gesundheitsämter bei steigenden Zahlen wieder mehr Personal für die Verfolgung von Infektionsketten bräuchten. Teichert plädierte dafür, die Gesundheitsämter grundsätzlich besser auszustatten. «Es kann nicht sein, dass man in Krisenzeiten nur Hilfspersonal dorthin verschiebt», sagte Teichert. «Es wird fachlich qualifiziertes Personal in diesem Bereich gebraucht und zwar auf Dauer.»

(dpa)

Hälfte der Labore kann Daten an Corona-Warn-App übermitteln

03:52
06.08.2020
Rund die Hälfte aller Corona-Testlabore in Deutschland sind aktuell vollständig digital angebunden und können Corona-Tests vom Scan des Auftragsformulars bis zur Übermittlung der Daten an die Corona-Warn-App digital abwickeln. Das geht aus einer Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage des stellvertretenden FDP-Fraktionsvorsitzenden Frank Sitta zurück. Demnach werden die Labore sukzessive mit den technischen Komponenten ausgestattet. 74 Prozent der Labore werden zum aktuellen Zeitpunkt an den entsprechenden Verifikationsserver der App angebunden.

Nutzer, die positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden, tragen diesen Status selbst in die Corona-Warn-App ein. Um einen Missbrauch zu verhindern, muss die Infektion offiziell bestätigt werden. Das geschieht über einen QR-Code, den man vom Testlabor erhält. Alternativ kann man auch eine TAN eingeben, die man von einer Telefon-Hotline bekommt, da nicht alle Labore in der Lage sind, QR-Codes zu generieren. Im Infektionsfall erhalten die betroffenen Kontakte einen Hinweis, dass sie sich testen lassen sollen.

Dass nur die Hälfte der Labore über eine vollständige digitale Anbindung verfügt, ist nach Auffassung Sittas ein «Defizit im Kampf gegen die Nachverfolgung von Infektionsketten». «Um positive Testergebnisse auch direkt als Warnung in der Corona-Warn-App anzuzeigen, muss nun schnellstens die gesamte Meldekette digitalisiert werden», sagte der FDP-Abgeordnete der Deutschen Presse-Agentur. Damit würden auch die Meldungen über die «datenschutzrechtlich unglückliche» Telefon-Hotline überflüssig.

(dpa)

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