Der US-Nachrichtendienst FBI gab am Wochenende bekannt, nicht nur stichhaltige Beweise für die Beeinflussung der letzten US-Wahlen durch russische Trolle, sondern auch konkrete Personen im Visier zu haben. Hinzu kommt, dass Robert Mueller, der FBI-Sonderermittler in dieser Sache, vier Personen aus dem Umfeld von Trumps Wahlkampagne mit seinen Ermittlungen in Verbindung bringen konnte. Bad News für Trump, eigentlich. Aber der US-Präsident bekam unerwartete Schützenhilfe - von Facebook.
Und nun wird die Angelegenheit ein wenig kompliziert. Rob Goldman, Facebooks VP Ads, sah die Ergebnisse Muellers als positives Ergebnis für Facebook in Bezug auf die Fake-News-Debatte: Etwa, dass der Großteil russischer Werbeausgaben erst nach der Präsidentschaftwahl erfolgte. Oder, dass die streitbaren 3.300 russische Facebook-Ads im Tenor eher darauf ausgelegt waren, das US-Politiksystem ganz generell aufzumischen, statt einzelne Kandidaten zu diskreditieren oder zu unterstützen. Freimütig postete er seine Erkenntnisse auf Twitter, offenbar als Privatmann. Interessiert hat das kaum jemanden. Bis US-Präsident Donald Trump, aka @realDonaldTrump Goldmans Posts entdeckte - und sie eifrig an seine 48 Millionen Follower twitterte. Denn für Trump waren Goldmans Tweets eine astreine Bestätigung dafür, dass es keine russische Schützenhilfe war, die ihm zum Sieg verhalf. So hatte es Goldman natürlich nicht gemeint - und seine Tweets mittlerweile gelöscht.