CA und ihre Dachgesellschaft SCL hätten entgegen früheren Zusicherungen bis 2015 gesammelte Informationen über Facebook-Nutzer nicht gelöscht, erklärte das Online-Netzwerk am Wochenende zur Begründung. Cambridge Analytica soll der Trump-Kampagne entscheidend dabei geholfen haben, mit als Werbung geschalteten gezielten Botschaften bei Facebook seine Anhänger zu mobilisieren und zugleich potenzielle Wähler der Gegenkandidatin Hillary Clinton vom Urnengang abzubringen.
Vertieftes Wissen erhielt Cambridge Analytica laut Facebook über Menschen, die eine die 270.000 Mal herungeladene Umfragen-App ausfüllten. Die scheinbar harmlose Umfrage mit dem Namen "thisisyoudigitallife" versprach Nutzern einen Persönlichkeitstest. Ihr Initiator, Professor Alexandr Kogan von der Cambridge-Universität, habe dafür von den Nutzern die Erlaubnis zum Zugriff auf ihre Informationen erhalten. Die Umfrage war als wissenschaftliche Forschung deklariert. Die über die Umfrage gesammelten Daten halfen dabei, Nutzer in verschiedene psychologische und politische Kategorien einzuordnen und die Zielgruppen entsprechend zu adressieren.
Unklar blieb am Wochenende zunächst, wieso Facebook sich 2015 mit einer Zusicherung der Vernichtung der Informationen begnügte, als die Weitergabe der Umfrage-Daten an Cambridge Analytica erstmals bekannt wurde. Facebook-Sicherheitschef Alex Stamos betonte, dass es sich aus Sicht des Netzwerks um einen Missbrauch von Daten handele, die ursprünglich rechtlich korrekt gesammelt worden waren.