Erneut wurden dem Schlesischen Museum zwei interessante und wertvolle Leihgaben aus der Sammlung Rainer Lemor übergeben.
Das Eiserne Kreuz ist wohl die bekannteste deutsche Kriegsauszeichnung. Ursprünglich 1813 durch den preußischen König Friedrich Wilhelm III. in Breslau für die Befreiungskriege gegen das napoleonische Frankreich gestiftet, wurde der Orden 1870, 1914 und 1939 erneuert. Der Entwurf stammte von Karl Friedrich Schinkel. Bei unserem Exemplar handelt es sich um ein Eisernes Kreuz I. Klasse aus dem Ersten Weltkrieg (verliehen bis 1924). Gefasst in einem innen gerippten, außen glatten silbernen Rahmen sieht man auf einem aufgewölbten Tatzenkreuz aus geschwärztem Eisen in erhabener Schrift die preußische Krone, das "W" für den Stifter König Wilhelm II. von Preußen und das Stiftungsjahr "1914". Das Kreuz liegt auf einer formgleichen Platte aus 925er Silber mit einer Anstecknadel auf der Rückseite.
Unser Kreuz ist wohl ein Zweitstück - im Gegensatz zum in der Regel einfacher gestalteten Verleihungsstück. Solche Zweitstücke konnten im Handel gegen einen Nachweis über den rechtmäßigen Besitz (z.B. Verleihungsurkunde oder Eintrag im Militärpass) erworben werden. Solche Exemplare wurden von einigen Firmen hergestellt, u.a. auch von der Breslauer Silberwarenfabrik Julius Lemor. Bei unserem Exemplar fehlt leider ein Herstellerzeichen. Doch die 925er Punze in Verbindung mit der Nadel lassen uns stark vermuten, dass dieses Kreuz aus Breslau stammt.
SMG, Sammlung Rainer Lemor. Fotos: © SMG