📝📝📝 Vorbericht zum Regionalliga-Derby gegen Bischofswerda 📝📝📝
Vor fünf Jahren spielten die Neugersdorfer zuletzt in Bischofswerda, nun ist es wieder soweit. Am Sonnabend ist Derby-Zeit, der BFV trifft im Volksbank-Sportpark an der Wesenitz ab 13:30 Uhr auf den FCO.
„Derbys sind immer wichtig fürs Prestige. Die Spieler kennen sich untereinander, da muß man niemanden besonders motivieren.“ Thomas Hentschel weiß, daß diese Partie eine ganz besondere ist – auch für Oliver Merkel, der 113 Punktspiele im Dress der Neugersdorfer bestritt. Er stieg mit dem FCO in die Regionalliga auf und war vier Jahre Stammspieler, eher er zu Beginn dieses Jahres die Seiten wechselte. In den letzten beiden Partien seines neuen Vereins kam er über die volle Distanz zum Einsatz – und diesmal? Beim Hinspiel saß Merkel auf der Neugersdorfer Bank, was ihn nun besonders motivieren dürfte, seinen neuen Mannschaftskameraden zu helfen, die 1:2-Niederlage vom siebenten Spieltag wettzumachen. Damals hatten die Bischofswerdaer, die besser in die Saison gestartet waren, die erste Halbzeit völlig verschlafen, am Ende gewann der FCO mit viel Glück und einem starken Josef Marek. Der dauerverletzte Torjäger machte sein einziges Heimspiel über neunzig Minuten in dieser Saison und erzielte beide Treffer zum Sieg. Mehr Tore gelangen ihm bisher auch nicht. Am vergangenen Wochenende gegen Viktoria saß er auf der Tribüne, ein Einsatz in Bischofswerda ist allerdings nahezu ausgeschlossen.
Fehlen wird ebenfalls Bocar Djumo, der sich zuletzt seine fünfte Gelbe Karte abgeholt hatte. Er stand letzten Sonntag mit seiner Energieleistung, die im zwischenzeitlichen 2:1 mündete, für den Einsatzwillen seiner Mannschaft – sehr zur Freude des Trainers, der bei seiner Truppe eine sichtliche Leistungssteigerung gegenüber der Partie in Meuselwitz verzeichnen konnte. „Wir haben den Kampf angenommen, das ist bei unserem Tabellenstand sehr wichtig.“ Die Abwehr stand lange Zeit gut, bis Timo Gebhart seine Klasse aufblitzen ließ, die ihn zum Bundesliga-Spieler machte. Mit einer sehenswerten Einzelleistung sorgte er für den Ausgleich. Umso wichtiger die Reaktion des FCO, der sich von diesem Rückschlag nicht unterkriegen ließ und selbst nochmals erfolgreich konterte – und das gegen eine Berliner Mannschaft, die vor Knechtels 1:0 insgesamt 613 Minuten (also mehr als zehn Stunden) ohne Gegentor blieb. Bemerkenswert war auch, daß sich die Neugersdorfer in diesem Wechselbad der Gefühle mehr und bessere Möglichkeiten herausarbeiteten. Umso ärgerlicher, daß die Berliner in der fünften Nachspielminute noch zum 2:2 kamen.
Trotzdem sollte die Mannschaft das Selbstvertrauen, das sie aus der Begegnung mit Viktoria ziehen konnte, auch in Bischofswerda auf den Platz bringen. Denn der BFV dürfte nicht gerade vor Selbstbewußtsein strotzen, immerhin verlor er seine letzten fünf Spiele. Aber, was heißt das schon – es ist ein Derby … und die haben bekanntlich, wie Pokalspiele auch, ihre eigenen Gesetze.
Jens Kölz