Autobahnbereitschaft mit THW Ortsverband Bautzen, Bundesanstalt THW Görlitz, THW Ortsverband Kamenz, THW Ortsverband Zittau und Polizei Sachsen
Nachdem am Donnerstag und Freitag in unserem Abschnitt nicht viel zu tun war, ging es Samstag gleich zur Sache. Um 10 Uhr, kurz vor dem Eintreffen im OV Görlitz, kam über Funk schon der erste Einsatzbefehl. Im Ortsverband angekommen, besetzten wir sofort mit den Görlitzer Kameraden MTW Ztr und GKW 1. Es ging mit Sonder- und Wegerechten in den Tunnel Königshainer Berge. Dort hatte sich ein Verkehrsunfall (VU) ereignet. Nach der ersten Erkundung sperrten wir die rechte Fahrspur und beräumten diese von Trümmerteilen. Parallel kümmerte sich der Zugtrupp um die Insassen der beiden beteiligten Pkw. Da eine Person über Schmerzen klagte, wurde auch der Rettungsdienst alarmiert. Nach Eintreffen der Autobahnpolizei wurde entschieden, die Gefahrenstelle zu entschärfen und beide noch fahrbereiten Fahrzeuge bis zum nächsten Rastplatz zu geleiten. Auf diesem angekommen, trafen kurze Zeit später Notarzt und Rettungswagen ein. Unsere Aufgabe war hiermit abgearbeitet und wir verlegten vorerst wieder zurück in den Görlitzer Ortsverband.
Im OV gab es für unsere Helfer erstmal eine Einweisung für den Bereich THV (Technische Hilfe auf Verkehrswegen). Somit ging es nach einem kurzen Aufenthalt wieder zurück auf die BAB 4, um eine Kontrollfahrt bis nach Niederseifersdorf durchzuführen. Nachdem diese ohne weitere Vorkommnisse verlief, kehrten wir wieder zurück nach Görlitz und jeder gönnte sich zum Mittag eine Pizza. Gegen 2 Uhr starteten wir erneut eine Kontrollfahrt, wobei vor dem Tunnel Königshainer Berge in Fahrtrichtung Görlitz ein Pannenfahrzeug auf dem Standstreifen festgestellt wurde. Dieses sicherten wir kurzerhand ab. Nach Rücksprache mit dem OV Bautzen, der zusammen mit der Polizei die Einsatzleitung hatte, konnten wir wieder in den OV Görlitz einrücken.
Der restliche Nachmittag verlief sehr entspannt, doch das sollte nur die Ruhe vor dem Sturm sein. Kurz vor 17 Uhr kam die nächste Einsatzmeldung über Funk: "Person auf Fahrbahn". Erneut ging es zurück in den Tunnel. Mit Blaulicht und Martinhorn waren wir kurze Zeit später am Ort des Geschehens. Es konnte allerdings keine Person festgestellt werden. Diese hatte den Tunnel vermutlich schon wieder verlassen. Gleich im Anschluss folgte der nächste Einsatz: "VU vor der Grenze". Sofort machten wir uns auf den Weg. 500 m vor der Grenze zu Polen sicherten wir eine Unfallstelle auf der linken Fahrspur ab. Durch den aufkommenden Stau wurde nach Rücksprache mit der Polizei beschlossen, die Fahrbahn für kurze Zeit voll zu sperren und die beteiligten Pkw auf den Standstreifen zu schieben. Als dies geglückt war, konnte der Verkehr fürs Erste wieder rollen. Da Pkw OV und MTW Ztr zum Absichern der Unfallstelle ausreichend waren, kam bereits nach wenigen Minuten der nächste Einsatz für den GKW. Mit diesem sind wir zur Anschlussstelle Kodersdorf gefahren. Auf dem Beschleunigungsstreifen kam ein PKW zum Erliegen. Ein MTW des OV Bautzen war schon vor Ort, da unsere Kräfte vorher noch beim Unfall auf der Grenzbrücke gebunden waren. Es wurde schnell entschieden, den Mercedes von der Autobahn zu schleppen.
Als auch dieser Auftrag abgearbeitet war, fuhren wir vor den Tunnel auf den Kontrollposten, um die hier stehenden Kräfte des OV Bautzen abzulösen. Diese haben unseren Bereich übernommen, da wir durch das hohe Einsatzaufkommen keine Möglichkeit mehr dazu hatten. Mittlerweile gab es durch den Unfall auf der Grenzbrücke einen Rückstau bis weit vor Kodersdorf, sodass durch die Polizei festgelegt wurde, den Tunnel für kurze Zeit zu sperren. Als die Tunnelbetriebszentrale die Ampeln auf "rot" setzte, blockierten wir zusätzlich mit dem Gerätekraftwagen die Fahrbahn. Nach einer viertel Stunde konnte diese nun wieder freigegeben werden, da sich der Stau vor dem Tunnel größtenteils aufgelöst hatte. Allerdings war die Sache damit noch nicht erledigt. Einige Meter vor uns stand ein PKW auf der linken Fahrspur, bei dem der Motor nicht mehr starten wollte. Der Verkehr wurde sofort wieder angehalten, der PKW auf den Standstreifen geschoben und diese gefährliche Situation entschärft. Auch eine gegenüberstehende Streife der Autobahnpolizei eilte uns zu Hilfe.
Mittlerweile war es bereits 22 Uhr, unser achter Auftrag abgearbeitet, der Verkehr rollte wieder flüssig, sodass nach Rücksprache mit der Polizei alle eingesetzten Kräfte des Technischen Hilfswerks aus den Ortsverbänden Bautzen, Görlitz, Kamenz und Zittau ihre Heimreise antreten konnten. Nach diesem aufregenden Tag können alle Helfer die (hoffentlich ruhigen) Weihnachtsfeiertage genießen.