Am 09.11. beging die Stadt Zittau den "Tag der Besinnung zur Demokratie und zur Friedfertigkeit".
Mit diesem Gedenktag erinnert die Stadt u.a. an die Reichspogromnacht 1938, die von den Nationalsozialisten organisierte massenhafte Zerstörung jüdischer Betstuben, Synagogen und Geschäfte sowie die gleichzeitige Gefangennahme, Deportation und Ermordung hunderter und tausender Menschen jüdischen Glaubens im gesamten Deutschen Reich.
Im Anschluss an die ökumenische Andacht in der Marienkirche zogen die Teilnehmenden zur Gedenktafel in der Lessingstrasse, an den Standort der ehemaligen Synagoge der jüdischen Gemeinde in Zittau, die am 09.11.1938 zerstört und am 10.11.1938 gesprengt wurde.
In seiner Rede betonte Oberbürgermeister
Thomas Zenker die Bedeutung von Zivilcourage für eine lebendige Gesellschaft und die Notwendigkeit zum Widerspruch, wenn nationalsozialistische Verbrechen relativiert werden und rhetorische sowie tatsächliche Ausgrenzung von Mitmenschen alltagsfähig gemacht werden sollen. Anschließend legte er im Namen der Stadt Zittau einen Kranz an der Gedenktafel nieder.
In der Folge erinnerte Franziska Pohl aus der NETZWERKSTATT an die Initiative "Erinnerung und Versöhnung", auf deren wichtiger Arbeit zur Dokumentation jüdischen Lebens in Zittau man heute u.a. mit Schulprojekten und Patenschaften für Stolpersteine aufbauen könne.
Zum Gedenken an die verstorbenen Menschen legten die Teilnehmenden anschließend Steine auf und vor der Gedenktafel nieder.
Danke an alle Anwesenden, den Zittauer Posaunenchor, das Kulturreferat der Stadt Zittau und alle Beteiligten, die diesen würdigen Gedenktag möglich gemacht haben.