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20200508094601

Metallindustrie leidet unter Corona-Krise und fordert Unterstützung

09:18
08.05.2020
Die Metall- und Elektroindustrie ächzt immer stärker unter den Folgen der Coronavirus-Krise und fordert von der Politik ein umfassendes Programm zur Unterstützung der Unternehmen. «Der Konjunkturmotor springt nicht von alleine wieder an», sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes Südwestmetall, Peer-Michael Dick, am Freitag in Stuttgart. Nötig seien unter anderem Kaufanreize, um die Konjunktur wieder in Schwung zu bringen - auch, aber nicht nur für die Autoindustrie. «Das alleine kann es nicht retten», sagte Dick. «Da muss viel mehr passieren.» Und schnell müsse es gehen, weil die Verbraucher ihre Kaufentscheidungen sonst zu lange aufschöben. «Wer jetzt noch lange zögert, wird eher Schaden anrichten als Nutzen», betonte Dick.

Zudem müsse mehr getan werden, um die Zahlungsfähigkeit der Firmen zu erhalten, etwa durch Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen und mehr Möglichkeiten zur Verrechnung von Verlusten oder zur Senkung von Kosten etwa für das aufgestockte Kurzarbeitergeld. Es dürfe auch keine weiteren «kostspieligen sozialen Wohltaten» geben. Außerdem müssten mehr Menschen auf Corona getestet und Infektionen besser nachverfolgt werden.

Einer Südwestmetall-Umfrage zufolge sind mittlerweile knapp zwei Drittel der Betriebe in Kurzarbeit, im Schnitt wird ein Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 20 Prozent erwartet. Knapp die Hälfte der befragten Unternehmen geht zudem davon aus, dass in absehbarer Zeit Kündigungen nötig werden könnten. Die Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg beschäftigt rund eine Million Menschen.

(dpa/lsw)

Landkreise im Südwesten haben noch Luft zur Corona-Obergrenze

09:18
08.05.2020
In Baden-Württemberg läuft derzeit kein Landkreis Gefahr, die von Bund und Ländern als Obergrenze definierte Infektionszahl zu reißen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Freitag gibt es derzeit keinen Landkreis, der nahe an die Grenze von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche herankommt. Ab dann sollen Kreise sofort wieder ein konsequentes Beschränkungskonzept umsetzen. Die Obergrenze hatten Bund und Länder als «Notbremse» im Lockerungskonzept vereinbart, um unkontrollierte Corona-Ausbrüche zu vermeiden.

Der Zollernalbkreis verzeichnete nach Angaben des Landratsamts vom Freitag in der vergangenen Woche 38 Neuinfektionen - mehr als die anderen Kreise im Südwesten. Er gehört damit zu den wenigen Landkreisen in Deutschland, die innerhalb von sieben Tagen mehr als 30 gemeldete Infektionen pro 100 000 Einwohner registrierten. Diese verteilten sich über den Landkreis, es gebe keine örtlichen Schwerpunkte, sagte eine Sprecherin.

(dpa/lsw)

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