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20200516083613

Nachtbürgermeister sieht Club- und Barsterben kommen

07:12
16.05.2020
Ohne Hilfen von Bund und Land sieht der Mannheimer Nachtbürgermeister ein Bar- und Clubsterben infolge der Corona-Krise kommen. «Wir haben zwar noch keine Insolvenzen, aber etliche Betreiber kämpfen», sagte Deutschlands erster «Night Mayor», Hendrik Meier, der Deutschen Presse-Agentur. Mit zinslosen Darlehen, wie sie etwa die Stadt Mannheim anbietet, sei die Branche nicht zu retten - «das verschiebt die Probleme auf das nächste Jahr». Es brauche Zuschüsse. Und die Soforthilfe des Landes für Kleinunternehmer von 9000 Euro sei bald aufgebraucht. «Viele leben von der Hand in den Mund.» Außerdem wachse der Unmut der Kleinunternehmer, weil ihnen jegliche Öffnungsperspektive fehle.

Meier wollte im Juli aus dem Amt scheiden, bleibt nun aber wegen der Corona-Krise bis Ende des Jahres. Ab August wird er dann mit seinem Nachfolger fünf Monate lang im Tandem arbeiten. Um die Position haben sich 30 Menschen bei der Stadt beworben, je zur Hälfte Männer und Frauen.

(dpa/lsw)

Wissenschaftler: «Demonstrierende nicht pauschal ausgrenzen»

07:11
16.05.2020
Der Tübinger Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen warnt davor, die Protestierenden in der Corona-Krise pauschal auszugrenzen, sie als «Spinner», «Paranoiker» und «Hysteriker» abzutun. Dies trage nur zur Verhärtung der Fronten bei, sagte Pörksen der Deutschen Presse-Agentur. Selbstverständlich gebe es Antisemiten und Rechtsradikale, von denen man sich klar abgrenzen müsse. Hier dürfe es keine falsche Toleranz geben.

Aber die Vielschichtigkeit der Proteste enthalte eigentlich einen «Aufruf zum differenzierten Diskurs». Man müsse die Extremisten scharf kritisieren, dürfe die Zweifelnden, Suchenden und Andersdenkenden jedoch nicht diffamieren.

Pörksen verwendet in diesem Zusammenhang den Begriff der «respektvollen Konfrontation». Damit meine er: «Sich nicht opportunistisch wegducken, klare Kante zeigen, sagen, was zu sagen ist. Aber eben auch nicht in die Abwertungsspirale einsteigen.» Sonst bestünde die Gefahr, dass letztlich die Lauten und Pöbelnden – aggressive Minderheiten – die gesellschaftliche Kommunikation dominierten. Pörksen ist Professor für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen.

(dpa)

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