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Berufsschullehrer sehen Präsenzunterricht als Herkulesaufgabe

09:16
04.05.2020
Die Berufsschullehrer sehen den Wiedereinstieg in den Präsenzunterricht in Corona-Zeiten als Herkulesaufgabe. Der Vorsitzende des Berufsschullehrerverbandes in Baden-Württemberg, Thomas Speck, sagte am Montag in Stuttgart, etwa 40 Prozent der Berufsschüler gingen jetzt wieder zur Schule. Dafür stünden etwa 70 Prozent der Lehrer bereit. Es gebe trotzdem Schulen, die nicht allen Prüfungsklassen einen Präsenzunterricht anbieten könnten.

Lehrer und Schulleitungen leisteten erhebliche Mehrarbeiten. Speck beklagte, dass die Schulträger, die Stadt- und Landkreise, die beruflichen Schulen unterschiedlich gut mit Hygieneartikel ausstatteten. Teilweise hätten sich die Schulen Seifen und Einweghandtücher selber besorgen müssen. «Für die kommenden Wochen muss das nach unserer Auffassung unbedingt anders werden.» Die Schulen sollten sich auf guten Unterricht konzentrieren können.

Vize-Landeschef Michael Niedoba bezifferte die Zahl der Prüflinge an den beruflichen Schulen auf mehr als 100 000. Die Prüfungen seien eine Belastungsprobe, da der Prüfungszeitraum verkürzt worden sei. Zudem hätten die Lehrer auch weniger Zeit für die Korrekturen. Vize-Landeschefin Michaela Keinath erklärte, dass die praktischen Prüfungen für Schüler in der Altenpflege eigentlich in Pflegeheimen abgehalten würden. Das sei jetzt wegen Corona nicht möglich. Praktische Situationen sollten an Puppen nachgestellt werden.

(dpa/lsw)

Friseursalons dürfen wieder öffnen - Andrang erwartet

08:26
04.05.2020
Endlich wieder Haare schneiden oder tönen lassen - ab heute öffnen Friseure in der Corona-Krise wieder. Der Ansturm auf Termine ist groß. Wegen der strengen Vorgaben wird sich aber Einiges ändern.

Zur Wiedereröffnung der Friseursalons in Deutschland nach der wochenlangen Zwangspause in der Corona-Krise rechnet das Handwerk mit einem Kundenansturm. «Es wird einfach einen Run geben», sagte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks, Jörg Müller, der Deutschen Presse-Agentur. Wegen der Auflagen können aber weniger Menschen gleichzeitig bedient werden. So müssen laut Müller etwa viele Salons wegen des vorgeschriebenen Mindestabstands mit weniger Stühlen auskommen.

Mit den Vorgaben wird außerdem das Haarewaschen für alle Kunden Pflicht. So sollen mögliche Viren in den Haaren abgetötet werden. Die Friseure müssen sich Müller zufolge deshalb auf mehr Zeit pro Kunden einstellen. Auch das führe dazu, dass weniger Kunden bedient werden können. Der Vorsitzende der Hamburger Friseur-Innung, Birger Kentzler, verwies darauf, dass diese Maßnahme Kunden abschrecken werde: «Es gibt einen Haufen Leute, die wollen das Waschen der Haare im Salon nicht bezahlen.»

Kunden werden sich auch auf einige Abstriche einstellen müssen. «Gesichtsnahe Dienstleistungen wie Augenbrauen- und Wimpernfärben, Rasieren und Bartpflege dürfen derzeit nicht ausgeführt werden», heißt es in den Vorgaben. Das trifft etwa die auf Bärte spezialisierten Barber besonders. Sie können in Zukunft nur Herrenhaarschnitte anbieten.

Und auch die restlichen Salons werden nach Ansicht des Verbands Auswirkungen der Auflagen auf ihren Umsatz spüren. Die vorgeschriebenen Einmalhandschuhe und Mundschutze seien etwa aufgrund der hohen Nachfrage zurzeit teuer, und das belaste die Betreiber, sagte Müller.

Angesichts immenser Einnahmenausfälle während der Zwangspause prognostiziert der Fachverband Friseur und Kosmetik Baden-Württemberg eine Marktbereinigung in der Branche. «Von Insolvenz sind insbesondere Betriebe ohne Rücklagen bedroht», sagte Landesgeschäftsführer Matthias Moser.

(dpa)

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