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Screening-Zentrum in EU-Parlament in Straßburg eröffnet

14:10
12.05.2020
Wo sonst Europa-Abgeordnete während der Sitzungswoche hastig essen, stehen nun mobile Behandlungszimmer für Corona-Massentests. Mindestens bis Ende Juli sollen auf der Fläche der EU-Parlaments-Kantine im Louise-Weiss-Gebäude im französischen Straßburg Menschen auf eine Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 getestet werden, wie eine Parlamentssprecherin am Dienstag sagte.

Ziel sei es, pro Tag bis zu 2000 oder sogar 2500 Tests durchzuführen. Das mobile Screening-Zentrum sei zunächst vor allem für Menschen aus dem elsässischen Département Bas-Rhin an der Grenze zu Baden-Württemberg gedacht, erklärte die Sprecherin. Zu weite Anfahrtswege sollten vermieden werden.

Das EU-Parlament tagt derzeit wegen der Coronavirus-Einschränkungen nicht in Frankreich. Eine erste reguläre Sitzungswoche in Straßburg ist erst wieder im September geplant.

Ob das Testzentrum in der Kantine auch im August geöffnet bleibt, muss der Sprecherin zufolge noch entschieden werden. Der Abbau des Screening-Zentrums mit zehn mobilen Behandlungszimmern und die anschließenden Reinigungsarbeiten dauern demnach drei Tage, bevor die Räume wieder normal genutzt werden können. Für einen Test in dem Zentrum muss zuvor ein Termin vereinbart werden. Nur Menschen ohne Symptome, die als Kontaktfälle identifiziert worden, sollen dort untersucht werden.

Das mobile Testzentrum wurde von der zuständigen Präfektur, der Stadt Straßburg, der regionalen Gesundheitsbehörde und dem Europaparlament umgesetzt. Die Region Grand-Est, in der das Département Bas-Rhin liegt, ist von der Coronavirus-Epidemie in Frankreich besonders heftig getroffen. Bis Montagabend wurden allein in der ostfranzösischen Region 3138 Todesfälle registriert. In ganz Frankreich lag die Zahl der Toten bei mehr als 26.600.

(dpa)

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