Sowohl die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) als auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sprechen sich gegen die Umwidmung eines Teils der Sommerferien als Schulzeit aus. Differenzierter sieht es der Landeselternbeirat und fordert „Sommerschulkurse“.
„Eine Verkürzung der Sommerferien steht bei uns nicht zur Debatte“, kommentierte Eisenmann am Freitag einen entsprechenden Vorschlag von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU). „Ein solcher Schritt würde auch vor dem Hintergrund zahlreicher privater Pläne von Familien und Lehrkräften viele Diskussionen und Unruhe auslösen und letztlich mehr Probleme schaffen als lösen“, teilte die Ministerin mit.
Die GEW argumentierte, eine Verkürzung der Sommerferien schaffe neue Probleme. Die Schulen hätten „jetzt bereits genug damit zu tun, die vielen offenen Fragen angesichts der Coronakrise so gut wie möglich zu lösen“.
Am Sonntag meldete sich der Landeselternbeirat zu Wort. Dessen Vorsitzender Carsten T. Rees gab in Freiburg zu bedenken, dass eine zweiwöchige Verkürzung der Sommerferien durchaus Vorteile haben könne. Viele Familien könnten ohnehin nicht in Urlaub fahren, unter anderem weil viele Eltern während des Corona-Lock-Downs Urlaubstage verbrauchen mussten und weil viele wegen Kurzarbeit vor finanziell schwierigen Zeiten stünden.
Der Landeselternbeirat fordere, die extremen sozialen Ungerechtigkeiten, die sich in den letzten Wochen bei der nur leidlich funktionierenden „Fernbeschulung“ ergeben hätten, abzumildern.
Deshalb brauche es „Sommerschulkurse“, die Mindestkriterien erfüllen müssten. Darunter sei, dass sie qualifiziert, kostenlos und flächendeckend verfügbar sind.