Ab dem 4. Mai lockert der Bund die Beschränkungen in der Corona-Krise: Die stufenweise Öffnung von Geschäften und Schulen bedeutet auch mehr Menschen im Nahverkehr. Wie lässt sich deren Sicherheit gewährleisten?
Gute Nachrichten für die Verkehrsunternehmen: Wenn Anfang Mai die ersten Geschäfte und Schulen in der Corona-Krise öffnen, wird es auch in Bussen und Bahnen wieder voller. Das bedeutet erste geringe finanzielle Entlastungen für die Betriebe, die sich darauf vorbereiten, das Anlaufen des Verkehrs so sicher wie möglich zu gestalten.
«Die Entscheidungsträger bei Bund und Ländern haben in einer schwierigen Situation für unser Land wegweisende Beschlüsse gefasst», teilte der Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Ingo Wortmann, am Donnerstag mit. «Insbesondere die beabsichtigte frühestmögliche Information für die Rückkehr zum vollen ÖPNV-Regelbetrieb sind zu begrüßen, da wir hierfür Zeit benötigen.»
Bund und Länder hatten am Mittwoch unter anderem beschlossen, ab dem 4. Mai manche Geschäfte und Schulen wieder zu öffnen. Für Fahrten mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) empfahlen sie dabei «dringend» das Tragen von Stoffmasken. «Sie schützen insbesondere die Umstehenden vor dem Auswurf von festen oder flüssigen Partikeln», heißt es in dem Beschluss.
«Dieser Empfehlung der Behörden haben alle Bürgerinnen und Bürger und damit auch die Fahrgäste in Bus und Bahn zu folgen», teilte der VDV dazu mit. Die Deutsche Bahn (DB) schloss sich «dieser dringenden Empfehlung» ebenfalls an, wie der bundeseigene Konzern am Donnerstag mitteilte. «Auch den Mitarbeitenden der DB im Regional- und Nahverkehr wird dringend empfohlen, entsprechende Masken zu tragen.» Passende Masken würden bei Bedarf zur Verfügung gestellt.
Darüber hinaus blieb zunächst unklar, mit welchen weiteren Maßnahmen die Verkehrsunternehmen für mehr Sicherheit bei dichterem Verkehr sorgen können. Der VDV forderte die Behörden dazu auf, den Start und das Ende des Schulunterrichts zu staffeln, um die Fahrgastnachfrage in Spitzenzeiten besser zu verteilen. Maskenkontrollen werde es nicht geben, betonte der Verband.
Er appellierte an die Vernunft der Fahrgäste: «Wir bitten die Kundinnen und Kunden zum Beispiel vielerorts, sich in den Fahrzeugen zu verteilen, nicht kurz vor knapp zur Haltestelle zu kommen und mehr Zeit einzuplanen», teilte Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff mit. «Bei den Bahnen gilt weiter: Es müssen nicht alle in den ersten oder letzten Wagen einsteigen.»
Die Eisenbahnverkehrsgesellschaft (EVG) forderte die Arbeitgeber zu Gesprächen auf, um Gefährdungspotenziale auch für die Beschäftigten zu erkennen. «Gemeinsam mit unseren Betriebsräten werden wir festlegen, unter welchen Bedingungen unsere Kolleginnen und Kollegen wieder verstärkt mit Kunden in Kontakt kommen können», teilte EVG-Vorstandsmitglied Kristian Loroch am Donnerstag mit. «Wir mussten in den vergangenen Tagen erleben, dass es bei der einen oder anderen Bahn an Desinfektionsmitteln gefehlt hat. In Großmärkten war dieses erhältlich, wohl aber nicht auf dem offiziellen Bestellweg.»
In der Corona-Krise hatten die meisten Verkehrsunternehmen ihr Angebot angesichts drastisch eingebrochener Fahrgastzahlen ebenfalls reduziert. In welchem Umfang sie nun hochfahren können und müssen, um für mehr Abstand zwischen den Fahrgästen zu sorgen, wurde am Donnerstag zunächst nicht bekannt. «Umfang und Zeitpunkt der zusätzlich angeforderten Verkehre variieren je nach Region», teilte die Deutsche Bahn mit. «Abhängig ist das unter anderem davon, wann die jeweiligen Länder Lockerungen im öffentlichen Leben umsetzen.»