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Sorgen der Winzer im Südwesten konzentrieren sich auf Arbeitskräfte

03:31
16.04.2020
Im Wein steckt viel Handarbeit. Ob in diesem Jahr genug Helfer nach Baden-Württemberg kommen? Die Coronavirus-Pandemie macht die Planungen der Winzer schwierig.

Ob der Wein-Jahrgang 2020 im Südwesten gut wird, hängt an vielen Faktoren. Kommt noch Spätfrost, gibt es das richtige Maß an Sonne und Regen? Die Sorgen der Winzer konzentrieren sich aktuell allerdings stark auf die Frage, ob ausreichend Helfer verfügbar sein werden. Das Aufhängen von Ampullen mit einem Lockstoff für die biologische Schädlingsabwehr im März habe mit Hilfe von Schülern und Studenten noch gut geklappt, sagte der stellvertretende Geschäftsführer des Badischen Weinbauverbandes, Holger Klein.

Jetzt stehen die nächsten Arbeiten in den Weinbergen an, etwa das Ausbrechen der Stammtriebe. «Das wird kritisch für die Betriebe», sagte der Präsident des Weinbauverbands Württemberg, Hermann Hohl.

Normalerweise kommen nach Angaben von Hohl und Klein ausreichend Arbeitskräfte aus Osteuropa nach Baden-Württemberg, um die Arbeit in den Weinbergen zu erledigen. Wegen der Coronavirus-Pandemie sei in diesem Jahr aber alles schwieriger. «Es könnte einen Mangel geben», sagte Klein. «Wir sind dran an dem Thema.» Die Winzer in Baden-Württemberg bräuchten mehrere Tausend Helfer. Während der Weinlese steige der Bedarf sogar auf mehr als 20 000 Arbeitskräfte, sagte Hohl. «Das stellt uns vor große Herausforderungen.».

Kein großes Thema sei in diesem Frühjahr bisher der Frost gewesen. Es habe in den badischen und württembergischen Weinanbaugebieten zwar einige leichte Nachtfröste gegeben, die aber kaum Schäden verursacht hätten.

(dpa/lsw)

Shutdown und zaghafter Neustart - Läden und Schulen bereiten sich vor

03:30
16.04.2020
Schulen und Geschäfte öffnen ihre Pforten nur schrittweise, die Menschen sollen Masken tragen, Großveranstaltungen bleiben monatelang verboten: Der Weg zurück in die Normalität wird lange dauern.

Die grobe Richtung ist vorgegeben, nun müssen die Details ausgearbeitet werden: Nach den ersten schrittweisen Lockerungen der coronabedingten Beschränkungen können die meisten Geschäfte und Teile der baden-württembergischen Schulen mit den Vorbereitungen für einen Neustart nach der Zwangspause planen. Viele andere dagegen - darunter Kitas, Hochschulen, Gastronomen und Zoos - müssen weiter darauf warten, bis auch sie in die Normalität zurückkehren können.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will sich am Donnerstag während einer Video-Pressekonferenz (12.30 Uhr) zu weiteren Einzelheiten äußern und das zaghafte Vortasten des Landes in den Alltag erläutern.

In ersten Reaktionen zeigten Verbände und vor allem die Wirtschaft Verständnis für die Entscheidungen, nur vorsichtige Schritte zur Lockerung einzuleiten. «Es ist gut, dass erste Perspektiven für eine wirtschaftliche Öffnung aufgezeigt werden», lobte der Präsident des Industrie- und Handelskammertages (BWIHK), Wolfgang Grenke. Es gelte das Primat der Politik, und es sei wichtig, dass medizinische Überlegungen dabei die Grundlage seien.

Allerdings wurden Details der neuen Regelungen auch kritisiert: «Nicht nachvollziehbar ist, weshalb nur der Einzelhandel bis 800 Quadratmetern Verkaufsfläche und einige unabhängig von der Verkaufsfläche ausgewählte Sortimentsbereiche öffnen dürfen», sagte Manfred Schnabel, der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar. Es sei «ungerecht und schmerzhaft», dass viele Betriebe sich bis mindestens zum 4. Mai gedulden müssten und damit Wettbewerbsverzerrungen verschärft würden. Der Gastronomie oder Hotellerie fehle nach wie vor eine klare Perspektive, saget Schnabel.

Nach den Planungen von Bund und Ländern bleiben die Schulen in Baden-Württemberg für die meisten Klassen sowie die Hochschulen und Kindergärten geschlossen. Vom 4. Mai an beginnt der Unterricht stark eingeschränkt und schrittweise mit den Klassen aller allgemeinbildenden Schulen, bei denen in diesem oder im nächsten Jahr die Abschlussprüfungen anstehen, sowie mit den Abschlussklassen der beruflichen Schulen. In einem nächsten Schritt sollen die Viertklässler an die Grundschulen zurückkehren. Ein Datum nannten Kretschmann und Landeskultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) nicht.

Während viele kleinere und mittlere Geschäfte in Baden-Württemberg von der kommenden Woche an unter strengen Auflagen öffnen dürfen, gehen Gastronomen und Hotels noch leer aus. Kretschmann sagte am Mittwochabend, der «Sog in die Innenstädte und Shopping-Center» würde zu groß und das Risiko einer erneuten Infektionswelle zu hoch werden, öffnete die Regierung alles gleichzeitig. «Wir fahren auf Sicht, weil es solch eine Pandemie ja noch nie gab.»

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten in Baden-Württemberg war bis zum Mittwoch auf mindestens 26 050 gestiegen. Das waren laut Gesundheitsministerium 761 mehr als am Vortag. 820 Menschen sind bislang im Zusammenhang mit dem neuartigen Virus gestorben. Die Verdopplungszahl beträgt momentan 34 Tage. Bei dieser Zahl handelt es sich um die Zeitspanne, in der sich die Fallzahlen in einer Epidemie verdoppeln.

(dpa/lsw)

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