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Deutscher Kitaverband lehnt Leopoldina-Vorschläge ab

14:29
14.04.2020
Der Deutsche Kitaverband lehnt die Empfehlungen der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina zur Wiederöffnung der Kitas in Deutschland ab. Die Bundesvorsitzende Waltraud Weegmann nannte den Vorschlag, Kitas vorerst für Fünf- und Sechsjährige wieder zu öffnen und für alle anderen Kinder bis zum Sommer nur Notbetreuung anzubieten, einen «weitreichenden Eingriff». Eine Schließung bis zu den Sommerferien würde die Eltern in große Nöte bringen, sagte Weegmann der «Heilbronner Stimme» und dem «Mannheimer Morgen» (Mittwoch). Viele Eltern hätten Berufe, in denen sie nicht im Homeoffice arbeiten könnten. «Bleiben die Kitas zu, stellt dies die Familien vor unlösbare Probleme.»

Die Wissenschaftler der Leopoldina hatten für die Wiederöffnung der Kitas einen Betrieb mit reduzierten Gruppengrößen von maximal fünf Kindern je Raum ab einem Alter von fünf Jahren empfohlen. Weil kleinere Kinder sich nicht an Distanzregeln und Schutzmaßnahmen hielten, sollten die Kitas für sie bis zu den Sommerferien im Notbetrieb bleiben.

Weegmann warnte davor, dass die Träger von nicht-kommunalen Kitas bei einer Verlängerung der Schließungen Einnahmeausfälle von bis zu 30 Prozent kompensieren müssten. Der Kitaverband vertritt die Interessen von rund 60 freien Kita-Trägern in Deutschland.

(dpa)

G7-Industriestaaten wollen armen Ländern Schulden stunden

14:21
14.04.2020
Die führenden Industriestaaten wollen die ärmsten Länder der Welt mit Schuldenerleichterungen unterstützen, damit diese die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie besser abfedern können. Die Staaten der G7-Gruppe seien unter bestimmten Bedingungen bereit, den Schuldendienst für die ärmeren Länder zeitlich begrenzt auszusetzen, hieß es am Dienstag in einer Mitteilung des US-Finanzministeriums nach einem Telefonat der G7-Minister und Zentralbankchefs. Voraussetzung sei die Beteiligung aller G20-Staaten, hieß es. Damit müsste unter anderem auch China zustimmen, das Kredite an viele Entwicklungsländer vergeben hat.

Auch der Topf des Internationalen Währungsfonds (IWF) für Notkredite solle aufgestockt werden, forderten die G7-Finanzminister demnach. Der IWF hatte bereits am Montag Schuldenerleichterungen für 25 der ärmsten Länder angekündigt.

In Frankreich erklärte Finanzminister Bruno Le Maire, es gebe im Rahmen der G20 bereits einen Konsens dafür, den ärmsten Ländern im laufenden Jahr einen Zahlungsaufschub einzuräumen. «Wir haben das im Rahmen des Pariser Clubs erreicht und im Rahmen der G20, da China unser Vorgehen unterstützt hat», sagte Le Maire am Dienstag. Das betreffe 76 Länder, hauptsächlich in Afrika. Bei der Einigung gehe es um rund 20 Milliarden US-Dollar. Der Pariser Club hat 22 Mitglieder, unter ihnen auch Deutschland. Sie haben vergleichbare Kreditregeln und verhandeln immer wieder über größere Schuldennachlässe. 

(dpa)

Deutschland laut Denkfabrik sicherstes Land in Europa

14:03
14.04.2020
In der Corona-Krise ist Deutschland nach der Analyse einer britischen Denkfabrik das sicherste Land in Europa. Weltweit liegt die Bundesrepublik nach einem Vergleich der Deep Knowledge Group (DKG) auf Platz zwei. Nur Israel kommt noch besser weg. Die Denkfabrik mit Sitz in London und Hongkong untersucht fortlaufend Daten von verschiedenen Staaten. Über die Ergebnisse berichtete am Dienstag zunächst das Nachrichtenmagazin «Spiegel». Ansonsten ist kein einziges Land aus Europa unter den Top 10.

Nach der Pandemie erhebliche wirtschaftliche Vorteile

DKG-Gründer Dimitry Kaminsky sagte dem «Spiegel»: «Deutschland war angesichts seiner anfangs hohen Infektionszahlen äußerst effizient und hat eine weitere Ausbreitung der Krankheit erfolgreich gestoppt, ohne das Niveau anderer Staaten zu erreichen. Dadurch wird Deutschland nach der Pandemie erhebliche wirtschaftliche Vorteile haben.» Unternehmen suchten in diesen Zeiten nach einem Hort der Sicherheit.

Hinter Deutschland liegen DKG zufolge in dem weltweiten Vergleich von 40 Ländern die Schweiz (Platz 11) und Österreich (Platz 12). Osteuropäische Länder schneiden schlecht ab. Afrika und Südamerika blieben unberücksichtigt. In der Statistik werden unter anderem Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen und flächendeckende Tests sowie die Ausstattung von Kliniken verglichen.

Die DKG nutzt den Angaben zufolge Daten etwa der Weltgesundheitsorganisation und der Johns-Hopkins-Universität. Die in DKG ist nach eigener Darstellung ein Konsortium aus Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen. 

(dpa)

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