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Text Drittligist Mannheim: Saisonabbruch sinnvoller als Geisterspiele

07:01
11.04.2020
Der SV Waldhof Mannheim sieht in der möglichen Fortsetzung der 3. Fußball-Liga ohne Zuschauer ein erhebliches finanzielles Risiko. «Geisterspiele sind für Mannheim eine große finanzielle Belastung. Für uns wäre es der bessere Weg, wenn die Saison abgebrochen würde», sagte Geschäftsführer Markus Kompp der Deutschen Presse-Agentur.

Am Donnerstag hatten sich der Deutsche Fußball-Bund, der Ausschuss 3. Liga und die Verantwortlichen der 20 Clubs darauf geeinigt, dass die Saison in der 3. Fußball-Liga trotz der anhaltenden Corona-Krise vorerst nicht abgebrochen und nach Möglichkeit zu Ende gespielt werden soll. Derzeit ist der Spielbetrieb bis zum 30. April ausgesetzt.

(dpa)

Kultur und Sport leiden unter der Corona-Krise

06:03
11.04.2020
Der Ticket-Händler Reservix befürchtet wegen des Coronavirus eine länger anhaltende Krise der Veranstaltungsbranche in Deutschland. Die Bundesregierung habe mit ihrem Corona-Hilfspaket den richtigen Weg beschritten, sagte der Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens, Johannes Tolle. Dennoch entstünden für Veranstalter langfristige Probleme. Geplante Kultur- und Sportereignisse müssten abgewickelt werden. Zudem erhielten Verbraucher, die Tickets gekauft haben, für abgesagte Veranstaltungen Gutscheine. Dies sei mit großem Aufwand und Kosten verbunden, es blieben finanzielle Schäden.

Nötig seien daher weitere Hilfen, um Kultur- und Sportveranstalter zu retten. «Es geht dabei um nicht weniger als die Zukunft unserer Kulturlandschaft», sagte Tolle. Einzelunternehmer seien von der Corona-Krise ebenso betroffen wie Großveranstalter. Es werde Zeit brauchen, den Betrieb nach der Krise wieder hochzufahren. Veranstaltungen seien in der Regel mit einer langen Planung und Vorlaufzeit verbunden. Dies erschwere einen schnellen Neustart.

«Es besteht die Gefahr, dass Veranstalter künftig das finanzielle Risiko meiden, da sie bei Veranstaltungen meist in Vorkasse gehen müssen», sagte Tolle. Die kulturelle Vielfalt könne so leiden: «Es wird darauf ankommen, dass Zuschauer Veranstaltungen treu bleiben.» Dies gelte für kulturelle Angebote ebenso wie für Sportereignisse.

Reservix mit Sitz in Freiburg, rund 450 Mitarbeitern und mehr als 7000 Veranstaltern ist nach eigenen Angaben Deutschlands zweitgrößter Ticket-Händler. Von den jährlich 18 000 Veranstaltungen, für die das Unternehmen Eintrittskarten handelt, sind laut Tolle 10 000 wegen der Corona-Krise bereits abgesagt oder verschoben worden.

(dpa/lsw)

Forscher entwickeln Online-Modell zu Folgen von Corona-Maßnahmen

05:24
11.04.2020
Mit dem Online-Modell einer virtuellen Stadt wollen Stuttgarter Wissenschaftler den Einfluss von bestimmten Maßnahmen auf die Auswirkungen einer Virus-Pandemie simulieren. Mit wenigen Mausklicks kann der Nutzer dabei bestimmen, welche Einschränkungen erlassen werden - und welche Folgen diese haben - auf die Ausbreitung von Infektionen und die Zahl möglicher Opfer. «Es lässt sich zeigen, wie ein Virus unter bestimmten Umständen seinen Weg finden kann in unserer Gesellschaft», sagt Professor Andreas Pyka vom Lehrstuhl für Innovationsökonomik der Universität Hohenheim.

Symbolisch dargestellt sind Supermärkte und Büros, private Haushalte und soziale Kontakte. «Überall finden Begegnungen und soziale Interaktionen statt», sagt Pyka. «Für ein Virus wie das hochansteckende Coronavirus sind das ideale Ausbreitungsbedingungen.» Mit dem Hohenheimer Modell ist es möglich, Menschengruppen zum Beispiel in häusliche Quarantäne zu schicken, Schulen zu schließen oder nur infizierte Schüler vom Unterricht auszuschließen, oder die Zahl der Betten in den Kliniken aufzustocken.

«Jede Maßnahme kann die Anzahl der schweren Fälle und der Verstorbenen sowie die Länge der Pandemie beeinflussen», erklärt Pyka. Die Hohenheimer Wissenschaftler hoffen, damit ein besseres Verständnis für die komplexen Zusammenhänge zu erreichen und die politischen Entscheidungen verständlicher zu machen.

(dpa/lsw)

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