Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ruft dazu auf, Verstöße gegen die geltenden Ausgangsbeschränkungen erst einmal im Privaten anzusprechen. «In einem höflichen Miteinander kann man sich da schon verständigen, ohne dass man gleich die Polizei ruft», sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende der GdP, Jörg Radek, der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Berlin. Die Polizei versuche bei den Kontrollen mit Fingerspitzengefühl und Verhältnismäßigkeit vorzugehen, dies solle auch für den Umgang von Privatpersonen untereinander gelten. «Wogegen wir uns auch verwehren müssen, ist mögliche Wichtigtuerei und vor allen Dingen auch Denunziantentum. Das birgt Zündstoff.»
Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, findet Hinweise an die Behörden jedoch hilfreich. «Wir halten dies nicht für Denunziation, sondern für aktive Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an einer wichtigen Aufgabe der Gegenwart, die dem Schutz von Menschenleben dient», teilte Wendt der dpa mit. Es gebe zwar leider auch Meldungen, die darauf abzielten, Nachbarschaftsstreitigkeiten zu befeuern, doch die erfahrenen Beamten wüssten damit umzugehen.