Die Uniklinik in Freiburg und das universitäre Herzzentrum Freiburg/Bad Krozingen haben einen unerklärlichen Rückgang schwerer Notfälle wie Schlaganfall- und Infarktpatienten verzeichnet.
„Wir vermuten, dass sich manche Menschen mit schweren Erkrankungen aus Furcht vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus nicht mehr ins Krankenhaus oder zu ihrem Hausarzt trauen“, sagt Frederik Wenz, der Leitende Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Freiburg und Geschäftsführende Ärztliche Direktor des Herzzentrums. Dabei sei die Versorgung von Notfällen trotz der Corona-Krise uneingeschränkt weiterhin möglich, so Wenz: Corona-Patienten würden strikt von allen anderen Patienten der Kliniken getrennt.
Der Mediziner warnt davor, aus Corona-Angst wichtige Arzt- und Klinikbesuche im Notfall aufzuschieben: „Bei vielen Erkrankungen kann ein Abwarten oder Verschleppen schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben“. Am Freiburger Uniklinikum werden derzeit rund 80 Corona-Patienten stationär behandelt, rund 40 konnten bis Ende letzter Woche bereits wieder als geheilt entlassen werden, so ein Sprecher.
Wie viele Patienten trotz schwerwiegender Notfälle nicht zum Arzt oder in die Klinik gehen, könne man nur schwer sagen. Auch wisse man letztlich nicht, warum die Patienten wegbleiben: Ob aus Angst vor einer Corona-Ansteckung oder aus Sorge, das Gesundheitssystem nicht belasten zu wollen.
Ralf Deckert