Letztes Update:
20200430184122

Kreis Calw: Beschäftigte in Lebensmittelindustrie "am Limit"

14:23
07.04.2020
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mahnt, in der Corona-Krise keine Arbeitszeitvorschriften auszuhebeln. Die rund 1200 Beschäftigten, die im Landkreis Calw in Lebensmittelindustrie und -handel tätig sind, leisteten einen entscheidenden Beitrag dafür, dass Essen und Getränke nicht knapp würden. Derzeit arbeiteten sie "am Limit".

Scharfe Kritik übt die NGG an den Supermarkt-Ketten, die noch mehr und noch schneller Ware forderten, gleichzeitig aber versuchten, die Preise zu drücken. Da es derzeit keine Versorgungsengpässe gebe, sei ein Eingriff in das Arbeitszeitgesetz notwendig. Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen böten Betrieben Flexibilität, um "Höchstphasen stemmen".

(sb)

655 bestätigte Covid-19-Fälle im Ortenaukreis

14:13
07.04.2020
Die Fallzahl der bestätigten Corona-Infizierten im Ortenaukreis erhöht sich um weitere 15 Personen auf nun 655.  42 Todesfälle wurden bislang im Zusammenhang mit der Krankheit Covid-19 bestätigt.

Die vom Landesgesundheitsamt bestätigten neuen Covid-19-Fälle stammen aus elf Städten und Gemeinden des Ortenaukreises. Bei keiner der Personen ist etwas über einen Aufenthalt in einem Risikogebiet bekannt.

Eine genaue Darstellung der Fallzahlen (Altersgruppe, Geschlecht und Wohnort) gibt es auf der Sonderseite des Ortenaukreises im Internet unter www.ortenaukreis.de/corona_fallzahlen.

Landratsamt Ortenaukreis

BW: Auch beim Wassersport gilt: 1,5 Meter Corona-Abstand

14:12
07.04.2020
Die Regeln zum Schutz vor der Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie gelten auch beim Wassersport. So müsse ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen eingehalten werden, teilte die Wasserschutzpolizeidirektion des Polizeipräsidiums Einsatz in Göppingen am Dienstag mit. Derzeit sei nicht grundsätzlich verboten, die Bundeswasserstraßen und die Landesgewässer für die Freizeit zu nutzen. Allerdings seien Einschränkungen der Nutzung von Wasserflächen, Anlagen, Wasserfahrzeugen oder Landflächen möglich. Die Wasserschutzpolizei empfiehlt daher, sich vor Antritt einer Fahrt bei den zuständigen Behörden zu informieren.

(dpa/lsw)

BW: Keine schnelle Rückkehr zur Normalität nach Ostern

14:10
07.04.2020
Seit Tagen ist das öffentliche Leben in Baden-Württemberg wegen des Coronavirus lahmgelegt - eine schnelle Rückkehr zur Normalität wird es nach Ostern nicht geben. Sowohl Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) als auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erklärten am Dienstag in Stuttgart, dass es allenfalls eine schrittweise Lockerung der Einschränkungen geben könne - wann und wie, sei aber noch unklar. Kretschmann sagte: "Eine Entwarnung kann noch nicht gegeben werden." Spahn, der an der Sitzung der grün-schwarzen Regierung teilnahm, sah Deutschland nach wie vor erst am Anfang der Pandemie.

Die gute Nachricht: Der Anstieg der Corona-Infektionen hat sich auch in Baden-Württemberg verlangsamt. Zu Beginn der Schulschließungen am 17. März habe sich die Zahl der Infizierten innerhalb von 2,6 Tagen verdoppelt, erklärte Kretschmann. Jetzt liege dieser Zeitraum bei etwa 10,5 Tagen. Die Verlangsamung verschaffe dem Land Zeit, um das Gesundheitssystem vorzubereiten. Die Zahl der Betten mit Beatmungsmöglichkeiten sei von rund 2200 auf jetzt fast 2800 angehoben worden - die Zielmarke für Ende April liege bei 3800. Mittelfristig soll es nach den Worten von Sozialminister Manne Lucha (Grüne) 5000 Betten im Südwesten mit Beatmungsmöglichkeiten geben.

Stand Dienstagmorgen gab es laut Lucha im Südwesten 20 350 Menschen, die nachweislich mit dem Coronavirus infiziert waren. Davon seien etwa 2000 in stationärer Behandlung und davon wiederum 500 auf Intensivstationen. Gegen Ostern werde der erste Höhepunkt der Infektionszahlen erwartet. Derzeit gebe es rund 800 freie Intensivbetten. Wie sich die Zahlen entwickelten, habe die Gesellschaft in der Hand. "Die Osterbotschaft muss lauten: fürsorglicher Abstand", mahnte Lucha noch einmal.

Bundesminister Spahn warnte davor, sich jetzt in einer falschen Sicherheit zu wiegen. "Die Lage ist nach wie vor ernst." Wenn man jetzt nachlasse, setze man das Erreichte aufs Spiel und riskiere eine wieder anziehende Dynamik bei den Neuinfektionen. "Diese Krise ist kein Sprint, sondern ein Marathon." Gefragt seien jetzt Besonnenheit und Entschlossenheit - die Tage um Ostern seien entscheidend auch für die Frage, ob und wie man Einschränkungen schrittweise lockern könne.

Dabei spiele eine Rolle, was am ehesten verzichtbar sei für den Einzelnen und die Gesellschaft und wo die Risiken einer Ansteckung besonders hoch seien. "Das, was sicherlich als letztes wieder möglich ist, das ist im Zweifel die Party und das Volksfest", sagte Spahn.

Das grün-schwarze Kabinett beschloss Ausgangsbeschränkungen für Bewohner von Alten- und Pflegeheimen. Die Menschen sollen ihre Einrichtung nur noch aus "trifftigen Gründen" verlassen dürfen. Kretschmann begründete die Maßnahme damit, dass das bereits geltende Besuchsverbot in Heimen immer wieder umgangen worden sei. So seien Heimbewohner etwa von Angehörigen vor dem Heim abgeholt worden - häufig ohne geeignete Schutzmaßnahmen. "Das ist zwar menschlich nachvollziehbar, aber in der Sache natürlich brandgefährlich.»"

In Baden-Württemberg sind nach Informationen des Sozialministeriums bislang 43 an Covid-19 erkrankte Pflegeheimbewohner gestorben. Mindestens 454 Heimbewohner und Pfleger seien erkrankt. In Baden-Württemberg leben laut Ministerium rund
100 000 Menschen in Senioren- und Pflegeheimen.

FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke vermisste beim Land eine Strategie für die Zeit nach der Corona-Krise. "Die Landesregierung muss ihre Schockstarre überwinden und endlich damit anfangen, über eine Öffnungsstrategie zu diskutieren." Es müsse etwa darüber nachgedacht werden, wie die Wirtschaft am Ende der Krise wieder in die Spur komme.

(dpa/lsw)

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