Letztes Update:
20200430184122
Foto: Fritsch

Kreis Calw startet ungewohnte Testaktion

05:26
01.04.2020
Bislang werden nur Menschen getestet, die Kontakt mit Corona-Infizierten hatten und Grippesymptome aufzeigen. Im Landkreis Calw soll sich das nun ändern:

Testen lassen können sich im Rahmen der Sonderaktion folgende Personen: Nur Personen, die ihren ersten Wohnsitz im Landkreis Calw haben, die derzeit trotz der Einschränkungen des alltäglichen Lebens noch einer Arbeit nachgehen, bei der sie persönlichen Kontakt mit anderen Personen haben – dies gilt nicht nur, aber insbesondere für Beschäftigte aus den Gesundheits- und Pflegeberufen und dem Einzelhandel – und die unter entsprechenden Erkältungssymptomen leiden wie insbesondere Halsschmerzen, Husten, Schüttelfrost, Fieber.

Personen, die diese drei Kriterien erfüllen und in einer der beiden Drive-in-Teststellen getestet werden möchten, müssen sich jedoch auch vorab anmelden. Wie das geht, erfahren Sie auf unserer Seite.

Corona-Informationen für alle - Paschek übersetzt für Gehörlose

05:07
01.04.2020
Stuttgart - Wenn Franziska Paschek arbeitet, hängen bis zu 37 000 Menschen an ihren Lippen - und Händen. Paschek ist Gebärdensprachdolmetscherin. Wenn die Landesregierung etwas Wichtiges zur Corona-Krise mitteilt, wie zuletzt am Dienstag in der Landespressekonferenz, übersetzt sie für Tausende Gehörlose und Hörgeschädigte im Südwesten.

Das Staatsministerium hatte vergangene Woche mitgeteilt, bei wichtigen Terminen künftig solche Dolmetscher einzusetzen. «Ich denke, das ist ein großer Schritt», sagt Paschek dazu. Ohne Übersetzung bekämen Gehörlose Informationen später, teilweise auch gar nicht mit.

Sonst übersetzt die 30-Jährige für Gehörlose beim Arzt, auf Ämtern oder bei der Arbeit. Alles Aufträge, die für sie genauso wichtig sind wie Pressekonferenzen mit Spitzenpolitikern, betont sie. Allerdings: «Wenn man weiß, dass da Hunderttausende vor dem Fernseher sitzen, steigt die Nervosität», sagt Paschek, die aus Zwickau stammt und heute mit ihrem Mann und zwei Kindern in Stuttgart wohnt.

Dreimal hat Paschek bereits für die Landesregierung gedolmetscht. Zum ersten Mal am 13. März. Hunderttausende sahen die Pressekonferenz, auf der die Schließung der Schulen angekündigt wurde. Paschek wurde danach zu einer kleinen Berühmtheit. Auf Youtube kommentierten viele ihren Einsatz. Es sei schade, dass es für die Leute ungewohnt sei, sagt Paschek. Daran merke man, dass noch viel zu wenige Dolmetscher eingesetzt würden.

Viele Gehörlose und Hörgeschädigte kommunizieren mittels Gebärdensprache. Sie drücken sich mit Mimik, Mund- und Körperhaltung sowie Handzeichen aus. Gebärdensprachen sind vollwertige Sprachen, es lässt sich auch Abstraktes ausdrücken.


(dpa/lsw)

Alle externen Inhalte nachladen?
Datenschutzerklärung
nachladen