Letztes Update:
20210102045836

04:56
02.01.2021
Wegen der Corona-Pandemie werden nach Ansicht des Ökonomen Gabriel Felbermayr in Deutschland rund 600.000 Arbeitsplätze verloren gehen. Am härtesten treffe es Bereiche, die bereits vorher einem strukturellen Wandel unterlagen wie die Luftfahrtbranche, sagt der Chef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft. 
Bleibende Folgen sieht der Ökonom im Tourismus. "Dort wird auch nicht alles wieder gut", sagt Felbermayr. "Es wird weniger geflogen und weniger Kongress-Tourismus stattfinden." 
"Nachhaltig wird die Pandemie den Einzelhandel verändern", sagt Felbermayr. Im Zuge der Digitalisierung kauften einige Bevölkerungsschichten erstmals im Internet ein. "Für den Einzelhandel in den Innenstädten und in Einkaufszentren ist die Krise deshalb auch dann nicht vorbei, wenn das Infektionsgeschehen eigentlich die Rückkehr in die Innenstädte erlaubt."

Gabriel Felbermayr. Foto: Carsten Rehder/dpa

04:41
02.01.2021
Nach einem ungebrochenen Immobilienboom auch in der Corona-Krise rechnen Ökonomen mit etwas weniger Preisdruck im neuen Jahr. "Die Wohnungsmärkte in Deutschland sind überraschend robust", sagt Stefan Mitropoulos, Volkswirt und Immobilien-Experte bei der Helaba. "Es ist kein Einbruch zu erwarten, eher eine Verschnaufpause."
Die Pandemie werde wohl den Preisanstieg dämpfen. Statt Steigerungsraten von fünf bis sechs Prozent pro Jahr könnten sich Wohnungen und Häuser 2021 um vier Prozent verteuern.
Viele Experten hatten mit der Corona-Krise ein Ende des jahrelangen Immobilienbooms erwartet. Doch die Preise für Wohnungen und Häuser stiegen weiter.

04:32
02.01.2021
Als eine Lehre aus der Corona-Pandemie fordert der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach die Wiedergründung des 1994 aufgelösten Bundesgesundheitsamts, aber mit einem Schwerpunkt auf Präventionsmedizin. "Die Tatsache, dass wir in Deutschland bei Corona eine relativ hohe Sterblichkeit pro Infizierten haben, liegt nicht nur an unserer Altersstruktur, sondern an einer weiten Verbreitung von Risikofaktoren", sagt er der Augsburger Allgemeinen
Es müsse mehr für Prävention getan werden. Dafür brauche es einen flächendeckenden Ausbau des öffentlichen Gesundheitsdienstes und "als zentrale Institution wieder ein Bundesgesundheitsamt, das sich für die öffentliche Gesundheit starkmacht".