Letztes Update:
20210102013048

06:50
21.11.2020
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bewertet den seit Anfang November geltenden Teil-Lockdown als Erfolg. "Der Wellenbrecher funktioniert doch", so der CDU-Politiker der "Welt". "Das exponentielle Wachstum ist gebrochen. Wir sind uns einig, dass das nicht reicht. Aber es ist gelungen - einmal mehr." Der CDU-Politiker rechtfertigt die hohe Bedeutung, die die Bundesregierung den Infektionszahlen beimisst. "Wir sind das Land mit einer der ältesten Bevölkerungen weltweit", erklärt der Minister. 
FDP-Vorsitzende Christian Lindner widerspricht in dem "Welt"-Streitgespräch dem Minister und wirft der Regierung Strategielosigkeit vor. "Meine Befürchtung ist: Wirfinden aus dem aktuellen November-Lockdown in diesem Jahr nicht wieder raus", sagt Lindner. "Und falls wir ihn beenden, dann ist wenige Wochen später der nächste da. Das wäre eine Stop-and-Go-Politik, die enormen sozialen und wirtschaftlichen Schaden verursacht." Die Wellenbrecher-Strategie der Regierung funktioniere nicht.

"Wellenbrecher-Strategie funktioniert": Jens Spahn. Foto: Kay Nietfeld/dpa

06:23
21.11.2020
Mehrere Virologen und Mediziner halten angesichts weiter hoher Corona-Infektionszahlen eine Verlängerung oder gar Verschärfung der bisherigen Beschränkungen für geboten. "Zielsetzung war es, einen deutlichen Rückgang der Neuinfektionen zu erreichen. Fast drei Wochen nach Beginn der Maßnahmen sehen wir aber keinen deutlichen Abfall, sondern eine Seitwärtsbewegung", so der Chefvirologe der Universität Heidelberg, Hans-Georg Kräusslich, der "Rhein-Neckar-Zeitung". "Es ist also klar, dass das eigentliche Ziel nicht erreicht worden ist."
Der Virologe Alexander Kekulé fordert deshalb Verschärfungen. "Beim nächsten Bund-Länder-Treffen am Mittwoch braucht es unbedingt neue Anti-Corona-Beschlüsse. Dazu sollte gehören, dass an allen weiterführenden Schulen die Klassen sofort geteilt werden und auf Wechselunterricht umgestellt wird", sagt der Experte von der Universität Halle-Wittenberg der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Er plädiert zugleich dafür, Kitas und Grundschulen offenzulassen. "Zweitens sollten die Weihnachtsferien bundesweit eine Woche vor dem 24. Dezember beginnen."