Letztes Update:
20210102013048

20:28
12.11.2020
Juristen verwerfen die von der Bundesregierung geplanten Änderungen des Infektionsschutzgesetzes als ungeeignet. Konkret ging es bei einer Anhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestags um den neuen Paragrafen 28a, der in das Gesetz eingefügt werden soll, um von der Exekutive angeordnete Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie rechtssicher zu machen.
Dieser Paragraf "genügt den Vorgaben von Parlamentsvorbehalt und Bestimmtheitsgrundsatz nicht", heißt es in der schriftlichen Stellungnahme der Juristin Andrea Kießling von der Ruhr Universität Bochum. "In dieser Form werden die Gerichte die Vorschrift höchstwahrscheinlich nicht als Rechtsgrundlage für die Corona-Schutzmaßnahmen akzeptieren."

20:09
12.11.2020
Der Bundesrat will am Mittwoch in einer Sondersitzung über Änderungen am Infektionsschutzgesetz abstimmen. Dabei geht es vor allem um die gesetzliche Grundlage von weitreichenden Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie.
Union und SPD wollen bisherige allgemeine Formulierungen in dem Gesetz präzisieren und genauer vorgeben, welche Beschränkungen möglich sind, etwa Abstandsgebote, Kontaktbeschränkungen oder die Maskenpflicht im öffentlichen Raum. Genannt werden auch die Schließung von Geschäften und Verbote für Veranstaltungen. Richter hatten angezweifelt, dass das Infektionsschutzgesetz in seiner aktuellen Form die weitreichenden Eingriffe in Grundrechte bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie rechtfertigt.

Bundesrat. Foto: Wolfgang Kumm/dpa