Corona-Schnelltests sollten nach Ansicht von Experten zunächst gezielt für den Schutz von Risikogruppen eingesetzt werden - und nicht etwa, um Veranstaltungen zu ermöglichen. "Wir müssen hier mit dem Werkzeug, was wir zur Verfügung haben, prioritär vorgehen", sagt Gérard Krause, leitender Epidemiologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig. Das bedeute, Schnelltests, wie die derzeit erprobten Antigen-Tests, an den Orten anzuwenden, wo eine Infektion schneller tödliche Folgen haben könnte.
Das sieht auch die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek so. Mit Blick auf Kulturveranstaltungen sagt sie: "Solange wir begrenzte Kapazitäten haben, müssen wir priorisieren." Zunächst gelte es sicherzustellen, dass die Schulen offen bleiben und die Pflegeheime sicher sind. Beide Experten sprachen sich dafür aus, dass auch bei Schnelltests weiterhin medizinisches Personal die Abstriche nehmen müsse - und sich nicht etwa jeder zuhause selbst testen sollte.