Letztes Update:
20210102013048

08:37
01.10.2020
Nach einer bundesweiten Klagewelle gegen zahlungsunwillige Versicherungen hat das Münchner Landgericht erstmals einem klagenden Gastwirt die geforderte Millionensumme zugesprochen. Die beklagte Versicherungskammer muss die Kosten der coronabedingten Betriebsschließung an den Pächter des Münchner Augustinerkellers zahlen - exakt 1,014 Millionen Euro. Der Wirt hatte kurz vor dem sogenannten Shutdown im März eine Police abgeschlossen, um sich gegen Corona abzusichern.
Die Versicherungskammer wollte nicht zahlen: In den Versicherungsbedingungen sind behördlich angeordnete Schließungen auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes gedeckt, der Covid-19-Erreger wird jedoch nicht genannt. Das Gericht argumentiert jedoch, dass diese Vertragsbedingungen intransparent seien: "Wir sind der Meinung, dass man von einem Versicherungsnehmer nicht erwarten kann, dass ihm das Infektionsschutzgesetz geläufig ist."

Grenzkontrollen in Bayern Mitte März. Foto: Sven Hoppe/dpa/Archiv

08:16
01.10.2020
Die Reisebeschränkungen im Zuge der Pandemie haben die Zuwanderung nach Deutschland gedrosselt. Nach vorläufigen Zahlen gab es im ersten Halbjahr 2020 rund 529.000 Zuzüge und 455.000 Fortzüge über die Grenzen Deutschlands, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Die Zuzüge gingen demnach im Vorjahresvergleich um 29 Prozent und die Wegzüge um 22 Prozent zurück.
Unter dem Strich seien 74.000 Personen mehr gekommen, als weggezogen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres belief sich die sogenannte Nettozuwanderung noch auf 167.000 Personen. Neben den eingeschränkten Reisemöglichkeiten könnten auch wirtschaftliche Auswirkungen der Pandemie dazu geführt haben, dass geplante Zu- oder Abwanderungen verhindert oder verschoben wurden, erklärt die Behörde.

Foto: Bernat Armangue/AP/dpa