In sozialen Netzwerken kursiert derzeit die Behauptung einer chinesischen Virologin, das Coronavirus sei von China in einem Labor hergestellt und absichtlich freigesetzt worden. Die globale Wissenschaftsgemeinde widerspricht vehement. "Es wurden Daten einseitig interpretiert. Alles, was gegen ihre Hypothese spricht, wurde einfach nicht berücksichtigt", sagt Friedemann Weber, Virologe an der Uni Gießen.
Der Virologe Stephan Ludwig aus Münster sieht in Yans Aufsatz eine "Vermischung aus Daten und Vermutungen". Er verweist auf eine Studie in der Fachzeitschrift "
Nature". Deren Autoren kamen schon im März zu dem Schluss, dass eine Herstellung des Virus im Labor unwahrscheinlich sei. Auch zahlreiche andere Forscher etwa aus Großbritannien, Frankreich und den USA kritisieren den Beitrag als unwissenschaftlich.