Der im März an Covid-19 erkrankte U21-Nationalspieler Luca Kilian übt Kritik an Anti-Corona-Demonstrationen. "Für mich ist es nicht nachvollziehbar, dass so viele Menschen für solche Demonstrationen zusammenkommen. Und das, ohne Masken und ohne Abstand zu halten. Dafür habe ich als jemand, der mit Covid-19 infiziert war, wirklich überhaupt kein Verständnis", sagt der vom SC Paderborn zu Mainz 05 gewechselte Fußball-Profi in einem Interview bei "ran.de". Der 21-Jährige war im März der erste bekannt gewordene Corona-Fall in der Fußball-Bundesliga.
"Es hat mich damals schon ziemlich heftig zerlegt. Mit den heutigen Erkenntnissen würde man wohl sagen, dass ich mich doch schwerwiegender mit dem Virus infiziert hatte. Dementsprechend habe ich einige Tage richtig flach gelegen", so Kilian. "Ich habe mich damals einfach ins Bett gelegt, mir sehr viel Ruhe gegönnt und nach 10 bis 14 Tagen war ich dann endlich frei von Symptomen. Es hat also schon eine Weile gedauert, was eben auch dafür spricht, dass mich das Corona-Virus heftiger erwischt hat."
In Nordrhein-Westfalen soll trotz der Corona-Pandemie weiterhin keine grundsätzliche Maskenpflicht bei Demonstrationen gelten. Sie kann aber vom Ordnungsamt in Abstimmung mit der Polizei als weitere Schutzmaßnahme angeordnet werden. Das stellt das NRW-Gesundheitsministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur klar. Der Berliner Senat hatte zuvor eine Maskenpflicht für Demonstrationen mit mehr als 100 Teilnehmern beschlossen. Sie soll in der Hauptstadt auch bei einer geringeren Teilnehmerzahl gelten, falls bei der Demonstration skandiert oder gesungen wird.
NRW habe derzeit keine entsprechenden Planungen, so ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Die Vorschrift für Demonstrationen entspreche hier der Regelung, die - mit Ausnahme von Warteschlangen - überall im öffentlichen Raum unter freiem Himmel gelte. "Was in jedem Fall auch für Demonstrationen gilt, ist der Mindestabstand von 1,5 Metern."