Die Corona-Pandemie hat mit ihren Einschränkungen für einige Monate auch das
Beziehungs- und Sexualverhalten vieler Menschen verändert. Das wiederum hat sich aus Expertensicht vermutlich
auf sexuell übertragbare Infektionen ausgewirkt. "Ich glaube, dass die sexuell übertragbaren Infektionen in der Zeit geringer waren,
wahrscheinlich haben sich zu Beginn fast alle Menschen an die Regeln des Social Distancing gehalten", sagt Norbert Brockmeyer, Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft zur Förderung der sexuellen Gesundheit.
Verschiedene sexuell übertragbare Krankheiten (STI) wie Gonorrhö (Tripper), Chlamydien- und HPV-Infektionen sind in Deutschland nicht meldepflichtig. Deshalb lägen dazu auch keine Daten vor, sagt eine Sprecherin des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI). Zahlen sammelt das RKI unter anderem zu
Syphilis-Infektionen. Hier gab es von Januar bis Juli bundesweit einen
Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von rund 3400 auf rund 3200 Infektionen. In einigen Bundesländern
stieg die Zahl der Infektionen in dem Zeitraum allerdings - in
Berlin zum Beispiel von 651 auf 690.