Die deutschen Modehersteller haben im ersten Halbjahr die Auswirkungen der Corona-Pandemie massiv zu spüren bekommen. "Besonders hart trifft es die Hersteller der klassischen Business- und anlassbezogenen Bekleidung insbesondere im Herrenbereich", sagt in Köln der Präsident des deutschen Modeverbandes GermanFashion, Gerd Oliver Seidensticker. "Homeoffice und Anzug passen nicht zusammen und diese Käufe werden von den Verbrauchern einfach nicht nachgeholt", beschreibt Seidensticker das Dilemma der Branche.
Insgesamt verzeichnete die deutsche Bekleidungsindustrie im ersten Halbjahr ein Umsatzminus von knapp 20 Prozent, wie GermanFashion gestützt auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes berichtet. Auch der Export, der bisherige Erfolgstreiber der deutschen Modeunternehmen, sei um rund 10 Prozent eingebrochen. Es sei das erste Mal seit mindestens 30 Jahren, dass hier ein Minus zu verzeichnen sei, so GermanFashion-Hauptgeschäftsführer Thomas Lange.