Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen kritisiert die Zustände in spanischen Seniorenwohnheimen scharf. Dringende Maßnahmen seien nötig, um die Bewohner besser vor Corona-Infektionen zu schützen und zu verhindern, dass es wieder eine hohe Zahl von Todesfällen gebe. Während der Pandemie habe es eine "inakzeptable Vernachlässigung" der Insassen von Altersheimen gegeben, heißt es in einem Bericht.
"In Altersheimen fehlten notwendige Ressourcen für Gesundheit und Pflege. Das hat sich direkt auf die Gesundheit der Bewohner ausgewirkt", so Ximena di Lollo, die für die Unterstützung von Altersheimen zuständige Landeskoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen. "Die entsetzlich hohe Todesrate von älteren Bürgern in Pflegeheimen während der schlimmsten Monate der Pandemie im Frühjahr darf sich nicht wiederholen." Nach Angaben des Madrider Ministeriums für Gesundheit starben zwischen dem 6. April und dem 20. Juni 27.359 Bewohner in den mehr als 5000 Altersheimen des Landes.