Letztes Update:
20210102013048

06:29
14.08.2020
Derweil treibt die bayerische Staatsregierung die Aufarbeitung der Panne bei den Corona-Tests von Urlaubsrückkehrern voran. Zehntausende Befunde müssen noch an die Betroffenen übermittelt werden, darunter auch positive. Dass Ministerpräsident Markus Söder an seiner Gesundheitsministerin Melanie Huml (beide CSU) festhält, stößt bei der Opposition allerdings auf Kritik.
"Dass nach einem Skandal dieses Ausmaßes niemand persönliche Konsequenzen zieht, ist ein Armutszeugnis und schadet unserer politischen Kultur nachhaltig. Huml ist nach dem Test-Desaster als Gesundheitsministerin nicht mehr tragbar", erklärte FDP-Landeschef Daniel Föst. Der Vizepräsident des Bayerischen Landtags, Markus Rinderspacher (SPD), twitterte: "Nun übernimmt ein Verwaltungsbeamter die politische Verantwortung für eine markante Verfehlung, die ihren Ausgangspunkt in der Sorgfaltslosigkeit der Staatsregierung hatte. Das ist Verantwortungskultur à la CSU".

Der zeitweilige Hotspot Kupferzell ist einer von vier Orten, an denen das Robert Koch-Institut (RKI) im Rahmen der Studie "Corona Monitoring lokal" die Verbreitung des Coronavirus erforschen will. Foto: Marijan Murat/dpa

12:38
14.08.2020
UPDATE | Bei einer Antikörperstudie zum Corona-Hotspot im baden-württembergischen Kupferzell hat das Robert Koch-Institut (RKI) eine hohe Dunkelziffer nicht über Tests erfasster Infektionen ermittelt. Danach gab es in der 6000-Einwohner-Gemeinde im Hohenlohekreis fast vier Mal (3,9) so viele Infizierte wie bisher bekannt waren, erklären Forscher des RKI in Kupferzell. Bei 7,7 Prozent der 2203 getesteten Erwachsenen seien Antikörper gegen das Virus Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Selbst ein solcher im Bundesvergleich relativ hoher Wert reiche aber nicht aus, um eine befürchtete "zweite Welle" zu verhindern, sagt RKI-Vizepräsident Lars Schaade.
Bei mehr als einem Viertel (28,2 Prozent) der Testpersonen in Kupferzell mit einem vorherigen positiven Corona-Befund seien keine Antikörper gefunden worden, erklärt die Studienleiterin Claudia Santos-Hövener. Das bedeute jedoch nicht, dass keine Immunität gegen das Virus bestehe. Etwa jeder sechste positiv getestete (16,8 Prozent) hatte keine typischen Krankheitssymptome. In Kupferzell war es in den Wochen nach einem Kirchenkonzert am 1. März zu mehr als 100 bekannten Infektionsfällen gekommen, drei Betroffene waren gestorben.