Ein
nachlassendes Gefahrenbewusstsein in der Bevölkerung bereitet Experten Sorgen. Viele Menschen
fühlen sich heute sicherer als noch vor einem Vierteljahr - das belegen auch Umfragen. Das Robert Koch-Institut beklagte zuletzt Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Verhaltensregeln. Pandemien seien eine
"schleichende Krise", daher
müsse das Krisenbewusstsein wachgehalten werden, auch wenn zwischenzeitlich nicht viel passiere, sagt der Direktor des
Instituts für Krisenforschung in Kiel, Frank Roselieb.
Menschen hielten sich weniger an Verhaltensregeln,
wenn diese nicht auch nachhaltig sanktioniert würden. "Hier unterscheiden sich die AHA-Regeln einer Pandemie nicht von Verkehrsschildern, die ohne Radarkontrollen auch nicht funktionieren würden", erklärt Roselieb. Mit "AHA" kürzt zum Beispiel die Bundesregierung das Gebot zu Abstand, Hygiene und Allltagsmasken ab.