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Foto: Federico Gambarini/dpa

12:10
05.08.2020
Das Konzept der Deutschen Fußball-Liga (DFL) für eine Rückkehr von Zuschauern in die Stadien stößt bei der Bundesregierung auf vorsichtige Zustimmung.  "Bei der Frage ob und wann Fußballspiele wieder mit Zuschauern stattfinden werden, kommt es aber entscheidend darauf an, wie diese grundsätzlichen Überlegungen gemeinsam mit den Behörden vor Ort, also mit den Gesundheitsämtern und den Vereinen - dann halt eben umgesetzt werden", sagt ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Er gehe davon aus, dass die Verantwortlichen vor Ort dabei immer auch das aktuelle Infektionsniveau berücksichtigten.
Ein Sprecher des Innen- und Sportministeriums bezeichnet die DFL-Vereinbarung in Berlin als einen "begrüßenswerten Schritt". Priorität hätten das Wirtschaftsleben und die Bildungseinrichtungen, betont die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer, "erst daran anknüpfend gilt es natürlich, den Freizeitsektor zu betrachten".

12:08
05.08.2020
Aus Sicht des Mediziners Michael Geißler ist eine größere Zahl von Zuschauern in den Fußballstadien vorerst nicht realistisch. "Wenn man sich die aktuelle Entwicklung der Fallzahlen ansieht, ist ein mit 15.000 bis 20.000 Zuschauern gefülltes Stadion völlig illusorisch", sagt der Ärztliche Direktor und Chefarzt des Klinikums Esslingen, Sohn des früheren CDU-Politikers Heiner Geißler, der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten".
Er könne sich nicht vorstellen, dass die Politik es erlaube, dass alle Vereine auf einmal mit 10.000 oder mehr Zuschauern starten. "In den Stadien haben sie kaum Wind, wenn da ein infizierter Gast hustet oder niest, sind zwei Meter Abstand nicht genug", erklärt er. Als sinnvoll betrachte er Pilotprojekte mit vielleicht 1000, 2000 oder 5000 Zuschauern. "Realistisch betrachtet werden Großveranstaltungen bis weit ins kommende Jahr, also womöglich bis Ende der Saison 2020/2021, nicht funktionieren - unabhängig davon, ob es im neuen Jahr einen Impfstoff geben wird", sagt Geißler.