Mit Blick auf eine
zweite drohende Coronavirus-Welle verschärft England eine Pandemie-Maßnahme. Wer
positiv auf den Erreger getestet wurde oder typische Symptome wie
hohes Fieber oder Riech- und Geschmacksverlust hat, muss künftig
mindestens zehn Tage in Selbstisolation. Bisher waren mindestens sieben Tage vorgesehen. Es sei nicht auszuschließen, dass Infizierte auch noch nach einer Woche den Erreger verbreiten könnten, begründet der britische Gesundheitsminister Matt Hancock den Schritt in London. Der Sender
BBC kritisiert die Maßnahme als überfällig: Zahlreiche Staaten hätten schon längst die zehntägige Quarantäne angewiesen. "
Die Entscheidung hätte in Wahrheit schon vor Wochen, wenn nicht gar Monaten getroffen werden können", heißt es in einem Kommentar. Premierminister Boris Johnson und Hancock hatten bereits in Interviews ihre Sorge wegen der potenziellen
zweiten Infektionswelle geäußert. Sie sei "
eindeutig in Europa am Entstehen" und dürfe nicht Großbritannien erreichen, sagte der Gesundheitsminister.
Nach Angaben des Epidemiologen und Ex-Regierungsberaters Neil Ferguson vom Imperial College hätte mindestens die Hälfte der fast 46.000 Sterbefälle in Großbritannien verhindert werden können, wären die Ausgangsbeschränkungen im März eine Woche früher durchgesetzt worden.