Letztes Update:
20210102013048

16:33
21.07.2020
Der Anführer eines indigenen Volkes in Brasilien ist an Covid-19 gestorben. Domingos Venite sei der Lungenkrankheit heute  erlegen, teilt die Stadtverwaltung von Angra dos Reis im Bundesstaat Rio de Janeiro mit. Der 68-Jährige sei nach einer Infektion mit dem Coronavirus seit fast einem Monat in einer Klinik behandelt worden. Die Stadt ordnete eine dreitägige Trauerzeit an. 
Venite war der Anführer des Volkes Sapukai, der größten indigenen Gemeinschaft im Bundesstaat Rio de Janeiro. Medienberichten zufolge wies die örtliche Gesundheitsbehörde die Ureinwohner an, auf ihr traditionelles Totenritual zu verzichten, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Derzeit sind in der Ortschaft 88 Indigene mit dem Coronavirus infiziert. 

Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Foto: Fabrice Coffrini/KEYSTONE/dpa

16:11
21.07.2020
Im Kampf gegen ein Virus, dass Millionen Menschen in aller Welt bedroht, gibt es eine zweite Front: die Informationsflut mit vielen falschen und missverständlichen Informationen, die das Vertrauen der Menschen in Behörden und Experten zu untergraben droht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Wissenschaftler aus zahlreichen Disziplinen und Ländern zusammengebracht, die eine völlig neue Forschungsdisziplin schaffen wollen: Infodemiologie. Das ist das Ergebnis einer Online-Konferenz, die heute zu Ende gegangen ist. Beteiligt waren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Disziplinen wie Mathematik, EDV, Soziologie, Psychologie, Gesundheit, Kommunikation und anderen.
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hatte schon zu Anfang der Coronavirus-Pandemie vor einer "Infodemie" gewarnt, die Menschen mit einer schier unendlichen Flut von Information zu erschlagen drohte. Darunter seien Falschinformationen und Verschwörungstheorien, die Menschen verunsicherten. Wie dieses Phänomen in den Griff zu bekommen ist, soll die Disziplin der Infodemiologie zu Tage fördern.