In Italien nehmen Mafia-Organisationen in der Corona-Krise verstärkt auch mittlere und große Unternehmen ins Visier ihrer Aktivität. Davor warnen die Ermittler der Anti-Mafia-Behörde DIA in ihrem Halbjahresbericht an das Parlament in Rom. Die Liquiditätskrise in großen Teilen der Wirtschaft des Mittelmeerlandes biete den kriminellen Banden Betätigungsfelder, um illegale, etwa mit Drogen und Glücksspiel erworbene Gelder in legale Kreisläufe einzuschleusen.
Die Ermittler gehen davon aus, dass Mafia-Clans den in Not geratenen Firmen vermehrt Kredite und andere Formen der Unterstützung anbieten. Dies gelte zunächst in ihren angestammten Regionen im Süden und für eher kleinere Firmen. Die mit Mafia-Geld ausgestatteten Unternehmen könnten Wettbewerbsvorteile zur Verdrängung der Konkurrenz nutzen. Es sei zudem nicht unwahrscheinlich, dass auch mittlere bis große Unternehmen in der Krise Mafia-Gelder einsetzen könnten.