Die Zahl der Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber ist einem Bericht zufolge drastisch gesunken. "Zahlreiche Staaten verweigern weiterhin die Einreise ausländischer Staatsangehöriger oder beschränken diese auf unabdingbare, wenige Fallkonstellationen", teilt das Bundesinnenministerium den Zeitungen der Funke-Mediengruppe mit. Die Zahl der Rückführungen ging demnach in den ersten fünf Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 10.951 auf 5022 zurück.
Im Mai habe es nur noch rund 150 Rückführungen gegeben. Die Gesamtzahl der Ausreisepflichtigen sei innerhalb eines Jahres von 245.597 auf 266.605 angestiegen (Stand: Ende Mai 2020). "Angesichts der stetig wachsenden Asylzugangszahlen sollten die Länder auch das Thema Abschiebung ausreisepflichtiger Ausländer wieder aufnehmen und forcieren", fordert der CDU-Innenpolitiker Armin Schuster in den Funke-Zeitungen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte, ihm sei wichtig, "dass wir entsprechend dem Rückgang der Infektionszahlen auch wieder zur Normalität bei den Abschiebungen zurückkehren."