Letztes Update:
20210102013048

11:34
02.07.2020
Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu wirft der EU vor, Reisebeschränkungen für die Türkei aus "politischen Motiven" aufrechtzuerhalten. Einige Länder, die Brüssel auf die Liste der Staaten aufgenommen habe, aus denen Menschen wieder in die EU einreisen dürften, stünden schlechter da als die Türkei, so Cavusoglu nach Gesprächen mit Bundesaußenminister Heiko Maas. "Da sehen wir, dass mit politischen Motiven entschieden wurde." Die EU-Liste müsse im Rahmen von "objektiven Kriterien" bewertet werden.

Cavusoglu fordert zudem erneut die Aufhebung einer Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für die Türkei. Maas sagt, zu den Forderungen aus der Türkei, dass man sich dabei eng in der EU abstimmen wolle. "Nur wenn wir in Europa möglichst im Gleichklang handeln, ist es auch möglich, das Virus in seiner Ausbreitung zu kontrollieren."

Symbolbild: Jan-Philipp Strobel/dpa

11:18
02.07.2020
UPDATE | In Berlin ist es in der Pandemie nach Einschätzung von Justiz und Rechtsmedizin zu einem deutlichen Anstieg der Gewalttaten zu Hause gekommen. "Alle Befürchtungen, die wir hatten, haben sich bewahrheitet", sagt Saskia Etzold, Leiterin der Berliner Gewaltschutzambulanz, bei einer ersten Zwischenbilanz. Zum Höhepunkt der Lockerungen im Juni 2020 habe die Gewaltschutzambulanz zum Beispiel einen Anstieg von 30 Prozent der Fälle im Vergleich zum Juni 2019 verzeichnet. Die Zahl der Kindesmisshandlungen sei im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel gestiegen (23 Prozent). 

Unicef Deutschland fordert die Hilfsangebote auszubauen. "Die Covid-19-Pandemie und die Maßnahmen zu ihrer Eindämmung haben für Kinder das Risiko erhöht, dass sie Gewalt in ihrem Zuhause, online und in ihrem Umfeld erfahren", sagt die UN-Sonderbeauftragte zu Gewalt gegen Kinder, Dr. Najat Maalla M’jid. In mehreren Ländern hätten Hilfetelefone für Missbrauch erheblich mehr Anrufe verzeichnet. In Deutschland hätten zuletzt deutlich mehr Kinder bei der Kinderschutzhotline angerufen.