Letztes Update:
20210102013048

12:51
22.06.2020
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) kritisiert mangelnde Transparenz beim Bundes-Einstieg beim Biotech-Anbieter Curevac, der einen Corona-Impfstoff entwickelt. Fälle dieser Art bedürften eines transparenten und geordneten Verfahrens, sagt Hauptgeschäftsführer Joachim Lang. Nur so lasse sich der Anschein willkürlicher Entscheidungen vermeiden. 
Für Staatsbeteiligungen an privaten Firmen seien unter anderem genaue Finanzprüfungen und eine politische Verantwortlichkeit gegenüber dem Parlament nötig. Eine öffentliche Diskussion um die gerechte Verteilung von Impfstoffen sei gut. Das Argument des Gesundheitsschutzes dürfe aber "kein Freifahrtschein sein, um marktwirtschaftliche Mechanismen auszuhebeln", sagt Lang. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass die staatliche Förderbank KfW für 300 Millionen Euro rund 23 Prozent der Curevac-Anteile übernimmt.

Foto: David Inderlied/dpa

12:36
22.06.2020
Die Bundesregierung setzt auf umfassende Maßnahmen vor Ort, um die Ausbreitung von Infektionen rund um den Schlachtbetrieb von Marktführer Tönnies in Westfalen einzugrenzen. Es handele sich um einen "massiven Ausbruch", der sehr ernst zu nehmen sei, sagt Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Für die Region bestehe ein hohes Infektionsrisiko. Es sei nun alles zu tun, um diesen Ausbruch einzudämmen. 
Laut Bundesgesundheitsministerium sind seit vergangenem Samstag auch drei Experten des Robert-Koch-Instituts (RKI) vor Ort. Im Landkreis helfen demnach zudem 15 RKI-Mitarbeiter beim Nachverfolgen von Kontakten, im Nachbarlandkreis Warendorf drei Mitarbeiter. Laut Verteidigungsministerium unterstützen momentan 39 Mitarbeiter der Bundeswehr die Corona-Reihentests, auch mit eigenen Testteams.

12:31
22.06.2020
Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt vor einem freien Reiseverkehr der Menschen aus der Region Gütersloh. "Ich bin sicher, dass deutlich mehr Menschen außerhalb der Mitarbeiterschaft inzwischen infiziert sind", sagt Lauterbach der "Rheinischen Post". Das Virus könnte sich so potenziell sehr weit verteilen, sagt der studierte Epidemiologe. Bislang gilt im Kreis Gütersloh für die Angestellten, Arbeiter und deren Angehörige des betroffenen Fleischkonzerns Tönnies in Rheda-Wiedenbrück eine Quarantäne.
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) schließt einen Lockdown für den ganzen Kreis zwar weiterhin nicht aus - bislang aber gibt es keinen, weil der Ausbruchsherd lokal eingrenzbar sei. Daran übt Lauterbach scharfe Kritik: "Es ist falsch, dass es jetzt keinen kurzen Lockdown mit einem massiven Testaufgebot gibt, um das tatsächliche Infektionsgeschehen in der Region anhand genügend großer Stichproben genau einschätzen zu können."