Letztes Update:
20210102013048

16:04
20.06.2020
In Moskau sollen die für Corona-Patienten geschaffenen Betten in Krankenhäusern vorerst erhalten bleiben. Das sagt Kremlchef Wladimir Putin. Sie sollten als Reserve dienen, falls die Zahl der Infektionen im Herbst oder zum Jahresende wieder steigen würde. Zuletzt gingen die Infektionszahlen zurück. Nach früheren Angaben gab es in Europas größter Metropole mehr als 23.000 Klinikbetten für Patienten mit Sars-CoV-2. In Russland haben sich landesweit bereits fast 577.000 Menschen infiziert. 8002 Patienten starben. 
Der Präsident schlug bei der Online-Konferenz mit Medizinern zudem vor, auch im Juli und August eine Corona-Prämie an das medizinische Personal auszuzahlen. Risiken und Belastungen blieben bestehen, da der Kampf gegen das Coronavirus weitergehe, erklärt Putin. Zuletzt hatte es Empörung gegeben, weil diese Gefahren-Zulage nur schleppend ausgezahlt worden war. Daraufhin hatte sich der Kremlchef eingeschaltet.

Protest mit Shweinemaske: Eine Person während einer Demonstration gegen Tierquälerei vor dem Betriebsgelände der Fleischfabrik Tönnies. Foto: Friso Gentsch/dpa

14:12
20.06.2020
Die katholische Kirche prangert im Zusammenhang mit den Corona-Ausbrüchen in mehreren Fleischbetrieben "Ausbeutung und sklavereiähnliche Praktiken" an. Migranten aus Osteuropa würden mitten in Deutschland "als billige Arbeitskräfte missbraucht und in menschenunwürdigen Behausungen untergebracht", so der Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz und Vorsitzende der Arbeitsgruppe Menschenhandel, Weihbischof Ansgar Puff. "Die ausbeuterischen Beschäftigungsverhältnisse in der Fleischindustrie sind ein Skandal."
Zwar habe es immer wieder Stimmen gegeben, die auf die desaströsen Bedingungen hingewiesen hätten, und durchaus auch Reaktionen des Gesetzgebers. "Doch insgesamt muss man eingestehen: Vor den Corona-Fällen in den Schlachthöfen hat das Thema in der breiten Öffentlichkeit kaum jemanden interessiert. Es war für viele einfach zu bequem, die Augen zu verschließen." 

Foto: Friso Gentsch/dpa