Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat eine afghanische Journalistin für ihre Berichterstattung während der Coronakrise als "Informationsheldin" ausgezeichnet. Die Reporterin Anisa Schahid sei täglich unterwegs - trotz der Gefahr einer Ansteckung mit dem Virus und der Attacken durch die Taliban, heißt es in der Urteilsbegründung. Reporter ohne Grenzen zeichnete weltweit 30 Medienunternehmen, Journalisten und Whistleblower aus.
Ihre Berichterstattung über den Umgang der Regierung mit der Pandemie sowie die Attacke auf ein Krankenhaus in Kabul Mitte Mai entsprächen den höchsten professionellen Standards. "Ich bin nie für die Vorbereitung eines Berichts nach draußen gegangen in der Erwartung, einen Preis zu erhalten. Ich habe nie auch nur einmal daran gedacht", sagte Schahid der dpa. Schahid arbeitet seit zwölf Jahren als Journalistin beim afghanischen TV-Sender und Onlineportal Tolonews. Immer noch ist Afghanistan laut Reporter ohne Grenzen eines der gefährlichsten Länder für Journalisten weltweit.