In Indien können die Menschen nach gut zweieinhalb Monaten Pause seit Montag wieder in Restaurants essen, in Gotteshäusern beten, in Shoppingzentren einkaufen und in ihren Büros arbeiten - und das, obwohl die Neuinfektionen im Land gerade stark zunehmen. Das Innenministerium gibt jedoch Einschränkungen bekannt: In Gotteshäusern dürfe es etwa keine Chöre oder Segnungen mit heiligem Wasser geben, in Moscheen müssten Gläubige ihre eigenen Gebetsteppiche mitnehmen. Außerdem müssten in Büros die Arbeitszeiten gestaffelt werden. An allen öffentlichen Orten sollten Maskenpflicht und Abstandsregeln gelten.
Indien liegt nach Zählung der US-amerikanischen Johns-Hopkins-Universität auf Platz fünf der Länder mit den meisten Corona-Infektionen - nach den USA, Brasilien, Russland und Großbritannien. Vor dem Lockdown hatte Indien rund 500 Fälle und zehn Tote registriert. Inzwischen sind es mehr als 258.000 Infizierte und 7200 Tote. Zuletzt gab es immer wieder Tagesrekorde bei den Neuinfektionen.