Der Thüringer Rentner Alfons Blum hat viele Menschen gerührt, als er am Rande einer Anti-Corona-Demonstration in Gera niedergebrüllt wurde: Nun hat er im Pflegeheim seiner Frau den 63. Hochzeitstag feiern können. Allerdings blieben den betagten Eheleuten nur 30 Minuten, getrennt durch Plexiglas - denn coronabedingt sind Besuche nur mit Hygieneauflagen möglich. "Wenn ich sie das erste Mal wieder umarmen darf, lass ich sie nicht mehr los", sagt der 84-Jährige.
Am Rande der Demonstration hatte Blum im Mai einem Fernsehteam unter Tränen seine Situation geschildert: dass er seine kranke Frau wegen der Pandemie seit Wochen nicht im Pflegeheim besuchen könne und dass das "seelische Folter" sei. Dabei war er von einem anderen Demonstranten niedergebrüllt worden. Der Ausschnitt hatte im Internet hohe Wellen geschlagen und Blum viele Sympathien eingebracht. Zum 63. Hochzeitstag machte er seiner Frau nun mit Blumen eine Freude: gelbe Rosen und orangefarbene Gerbera. Außerdem brachte er ihr einen Becher Quark und Fruchtsaft mit sowie Kuchen für die Pflegerinnen.