Letztes Update:
20210102013048

14:16
08.06.2020
Drängt die Corona-Krise Frauen wieder in ihre traditionelle Rolle? Übernehmen sie allein noch mehr Hausarbeit und Kinderbetreuung? In den vergangenen Wochen wurde diese Befürchtung immer wieder laut. Eine Auswertung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung ergab jetzt, dass auch Männer mehr Zeit mit Haushalt und Erziehung verbringen, wenn auch noch immer deutlich weniger als Frauen.
Frauen verbrachten demnach im April an Werktagen durchschnittlich 7,6 Stunden mit der Kinderbetreuung, bei den Männern waren es 4,2 Stunden. 2019 verbrachten die Frauen an Werktagen durchschnittlich 5,3 Stunden mit Kinderbetreuungsarbeit, während das bei Männern ungefähr zwei Stunden lang der Fall war, wie Autorin Sabine Zinn berichtet. Mit Hausarbeit verbrachten die Frauen im Vergleichszeitraum 2019 im Schnitt täglich 2,1 Stunden, die Männer knapp eine Stunde. Bei beiden Elternteilen erhöhte sich der Aufwand in der Krise um je eine halbe Stunde pro Tag.  

14:02
08.06.2020
Nicht nur an den Schulen, auch an den Hochschulen wächst der Druck, schrittweise in den Normalbetrieb zurückzukehren. Rund 2000 Professoren und Dozenten deutscher Universitäten und anderer Hochschulen fordern in einem offenen Brief die Rückkehr zur Präsenzlehre. "Wir fordern eine – vorsichtige, schrittweise und  selbstverantwortliche – Rückkehr zu Präsenzformaten. Was die Schulen zu leisten in der Lage sind, sollte auch Universitäten möglich sein", heißt es in dem Schreiben. Das Inforadio des RBB hatte zuerst darüber berichtet. 
Einer der Initiatoren, der Bonner Germanistik-Professor Johannes F. Lehmann, sagte dem Sender, es sei ihm ein Rätsel, warum es an den Schulen und Kitas beispielsweise wieder losgehe, an den Unis aber nicht. Die selbstständige, kritische Aneignung von Inhalten setze zwingend Präsenz voraus. "Es kann ja nicht sein, dass ich morgens ins Schwimmbad gehe und mittags ins Restaurant (...), dass aber die Universitäten mitten in der Stadt geschlossen bleiben."

Klaus Lederer (Die Linke), Senator für Kultur und Europa des Landes Berlin. Foto: Britta Pedersen/dpa