Wegen der Corona-Pandemie haben sich
bei der Justiz viele Verfahren aufgestaut, die in den kommenden Monaten nachgeholt werden müssen. Während des Notbetriebs hätten die Gerichte zwar wichtige Strafprozesse, dringende Haftsachen sowie Eilverfahren bearbeitet,
in den allermeisten Fällen hätten sie
Verhandlungen bis Ende April aber
absagen müssen, sagte Richterbund-Geschäftsführer Sven Rebehn den Zeitungen der
Funke-Mediengruppe. Im Mai seien die Verhandlungstermine vielerorts immerhin schon wieder auf die Hälfte des Üblichen oder mehr gestiegen. "Es dürfte aber noch
bis zum Jahresende dauern, ehe alle verschobenen Termine parallel zu den laufenden Eingängen abgearbeitet sind."
Rebehn wies darauf hin, dass es
längst nicht überall ausreichend Gerichtssäle gebe, die
groß genug für die geltenden Abstandsregeln sind. "Hinzu kommt, dass auch viele Anwälte jetzt stark ausgelastet sind, was eine zügige Terminierung von Verfahren zusätzlich erschwert."