Unter dem Druck wegbrechender Aufträge in der Corona-Krise bangt die Chemieindustrie um die Zukunft vieler mittelständischer Betriebe und verlangt Entlastungen beim Strompreis. Verschärfe sich die Lage bei gleichbleibend hohen Kosten weiter, könnten etliche Firmen komplette Standorte in Frage stellen. "Alle Unternehmen versuchen, nach Möglichkeit den Beschäftigungsstand zu halten. Aber im Moment kann noch niemand absehen, ob das am Ende funktioniert", sagte der Geschäftsführer des Branchenverbands VCI für Norddeutschland, Jochen Wilkens, der Deutschen Presse-Agentur.
Mitgliedsbetriebe in der gesamten Bundesrepublik verlören Geschäft, während der Weltmarkt mit Produkten aus Asien mehr als gesättigt sei. Der deutlich erhöhte Import übe noch zusätzlichen Druck auf die Standorte aus, warnte Verbandschef Detlev Wösten. "Daher sind moderate Maßnahmen zur Reduzierung der Arbeitszeit oft kaum möglich."